Mo, 15. Oktober 2018

Kosten bleiben geheim

01.03.2018 06:00

Edle Wien-Bälle: Auch Brauners Ehemann tanzt mit!

Wie romantisch Dienstreisen doch sein können. Nicht nur führt jeder zweite Auslandstrip von Wiens Stadträtin Renate Brauner zu einem feinen Wien-Ball nach New York, Rom oder Paris, sie nimmt auch gerne ihren Ehemann als Tanzpartner mit. Die Kosten für den Spaß werden nicht verraten, die Transparenz ist gleich null.

„Der prachtvolle 50. Wiener Ball wurde im Beisein der Wiener Stadträtin Renate Brauner eröffnet“, twitterte die österreichische Botschaft in Den Haag nach dem edlen Spektakel im Februar stolz. Dazu ein paar Fotos, die den berauschenden Ballabend zeigen: Paare beim Tanzen, ein prachtvolles Diadem – und Renate Brauner mit ihrem Ehemann. Bis in die Morgenstunden dauerte der Spaß, war zu lesen.

13 Bälle in zwei Jahren
Renate Brauners Dienstreisen geraten immer mehr in den Fokus. Wie berichtet, sind es vor allem exquisite Wien-Bälle, die es der Stadträtin für Finanzen, Wirtschaft und Internationales angetan haben. Alleine in den vergangenen zwei Jahren waren es 13 Bälle – von 29 Dienstreisen insgesamt. Und: Die Kosten für die Ballbesuche werden vom Büro der Stadträtin geheim gehalten. Trotz vieler Anfragen werden die Ausgaben für die Reisen nach Peking, Lissabon und Co. nicht verraten.

Eine ebenso spannende Frage: Wieso ist Brauners Ehemann Teil einer offiziellen Stadt-Wien-Delegation, obwohl er – außer Gatte und Tanzpartner – keinerlei repräsentative Funktionen ausübt?

Bürgermeister bestimmt Vertretung
Die Erklärung aus dem Büro Brauner: „Prinzipiell ist es so, dass der Bürgermeister, wenn er zu einem Wien-Ball geht, eine Begleitung – die übrigens ein Angehöriger sein muss – zu einem solchen gesellschaftlichen Event mitnehmen darf. Kann er nicht zu einem Wien-Ball fahren, ist es nicht nur üblich, sondern auch von den Veranstaltern explizit gewünscht, dass der Bürgermeister eine Vertretung für solche gesellschaftliche Veranstaltungen bestimmt. Wird von diesem Recht der Vertretung Gebrauch gemacht, darf die den Bürgermeister vertretende Person einen Angehörigen als Begleitung mitnehmen.“

Was das die Steuerzahler kostet? Schweigen! Alle „Krone“-Anfragen wurden vom Büro Brauner ignoriert.

Michael Pommer, Kronen Zeitung

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