28.02.2018 14:05 |

Nach Elternbefragung

OÖ: Betreuungsplätze für Kleinstkinder gefordert

Die Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich fordert mehr Betreuungsplätze für Unter-Dreijährige, längere Öffnungszeiten und bessere Planbarkeit. Das geht aus einer umfassenden Elternbefragung hervor. Die Kindergartengebühren für den Nachmittag würden das Problem verschärfen und seien zu "evaluieren und zurückzunehmen", sagte Präsident Johann Kalliauer am Mittwoch.

Die Arbeiterkammer fordert ein den Wünschen und Bedürfnissen der Eltern entsprechendes Angebot an Kinderbetreuungsplätzen, mehr Plätze, eine bessere Planbarkeit des Wiedereinstiegs der Eltern in den Beruf durch transparentere Vergabe. Kleine Gemeinden bräuchten Unterstützung, speziell beim Thema Kooperation mit anderen. Dazu sollten die Mittel, die der Bund bereitstelle, vom Land abgeholt und zweckgemäß verwendet werden. Von 62 Millionen Euro bis 2016 seien nur 85 Prozent abgeholt worden. Der Großteil davon sei auch nicht in den Ausbau der Plätze und der Öffnungszeiten geflossen sondern überdurchschnittlich viel in Umbau wie Barrierefreiheit und räumliche Verbesserungen.

Betreuungsplätzen für Unter-Dreijährige rar
Mit der Qualität der Pädagoginnen und des anderen Personals seien die Eltern sehr zufrieden. Ein Stadt-Land-Gefälle sei zwar bei Öffnungszeiten und Plätzen vorhanden, die Planungsunsicherheit und die Kommunikation bei der Vergabe wurden aber überall stark kritisiert. Bei vollzeittauglichen Betreuungsplätzen für Unter-Dreijährige rangiere Oberösterreich mit 4,1 Prozent an letzter Stelle im Bundesländervergleich, der Schnitt liege bei 15,2 Prozent, bemängelte die Leiterin des Frauenbüros, Erika Rippatha.

Die ab Februar eingeführten Elternbeiträge für die Nachmittagsbetreuung in den Kindergärten würden die Probleme verschärfen. Das sei Anlass für eine Zunahme an Anfragen und Beschwerden im Frauenbüro gewesen, es herrsche oft Unverständnis, dass für ein unzureichendes Angebot zu zahlen sei, betonte Rippatha. "Es wäre sinnvoll, diese Maßnahme noch einmal zu überdenken, zu evaluieren und zurückzunehmen", sagte Kalliauer. 50 Gemeinden hätten angekündigt, Gruppen schließen zu müssen.

Öffnungszeiten oft nicht ausreichend
Obwohl 42 Prozent der Befragten für ihr Kind überwiegend institutionelle Betreuung in Anspruch nehmen, brauchen trotzdem 62 Prozent von ihnen Unterstützung von Verwandten an mindestens einem Tag in der Woche, weil etwa die Öffnungszeiten nicht passen oder sich mit der Arbeitszeit nicht vereinbaren lassen. Demnach wünschen sich auch 17 Prozent der Eltern eine Ausweitung der Öffnungszeiten in der Früh und 35 Prozent am Nachmittag. 47 Prozent möchten mehr offene Nachmittage als angeboten werden. 

Auch die Suche nach einem Betreuungsplatz gestaltet sich schwierig. 40 Prozent der suchenden Eltern gaben an, dass die Gemeinde keine Hilfe war. Auch 38 Prozent jener, die ihr Kind bereits untergebracht haben, meinten, dass die Suche sehr kompliziert war, am meisten in kleinen Gemeinden und Städten.

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