28.02.2018 10:30 |

„Krone“-Ombudsfrau

Bus kam nicht: Firma wollte Kosten nicht erstatten

Nicht pünktlich erschienen ist ein Bus, mit dem eine Niederösterreicherin nach Polen reisen wollte. Sie forderte deshalb das Geld für Ticket und Unkosten retour. Doch das polnische Busunternehmen weigerte sich strikt, die Kosten zu ersetzen. Obwohl die Leserin laut Verbraucherschützern im Recht ist!

Nicht pünktlich erschienen ist ein Bus, mit dem eine Niederösterreicherin nach Polen reisen wollte. Sie forderte deshalb das Geld für Ticket und Unkosten retour. Doch das polnische Busunternehmen weigerte sich strikt, die Kosten zu ersetzen. Obwohl die Leserin laut Verbraucherschützern im Recht ist! Eine Stunde vor Abfahrt traf Christa H. überpünktlich am Wiener Busbahnhof Stadioncenter ein.  Um vier Uhr Früh sollte es dann laut Fahrplan ins polnische Krakau gehen. „Als der Bus um vier Uhr aber noch immer nicht da war, habe ich versucht, das Busunternehmen unter seiner Notrufnummer zu erreichen“, berichtete die Leserin. Doch niemand hob ab.

Busunternehmen lehnte Kostenersatz ab
Weil auch eine Dreiviertelstunde später kein Bus zu sehen war, stieg die Niederösterreicherin um 4.50 Uhr in ein Taxi, das sie zur Wiener Wohnung ihrer Tochter brachte. Die Leserin war verärgert und forderte schließlich die Firma auf, die Kosten für die Fahrkarte sowie die angefallenen Taxikosten, in Summe 98 Euro, zu ersetzen. Woraufhin ihr lapidar mitgeteilt wurde, dass der Bus ja um 4.55 Uhr eingetroffen sei und sie eben hätte warten müssen. Auch hätte man Frau H. laut EU-Busgastrechtverordnung erst bei zwei Stunden Verspätung in Kenntnis setzen müssen.

EVZ: Firma hätte sehr wohl früher informieren müssen
Laut Europäischem Verbraucherzentrum (EVZ) Österreich ist diese Informationen jedoch rechtlich nicht korrekt. „Laut EU-Verordnung für Busgastrechte hätte man Frau H. so rasch wie möglich, spätestens jedoch 30 Minuten nach der geplanten Abfahrt, über die Verspätung informieren müssen“, erklärt Experte Reinhold Schranz. Man habe deshalb die Kollegen des EVZ in Polen um Hilfe gebeten. Trotz mehrmaliger Anfrage sei das Busunternehmen Sindbad jedoch zu keiner Erstattung bereit gewesen.

Auf Ombudsfrau-Anfrage sieht sich Sindbad zwar nach wie vor im Recht. Im Sinne der Kundenzufriedenheit werde man nun aber den halben Wert der Fahrkarte in Höhe von 51 Euro ersetzen. Bleibt zu hoffen, dass das auch wirklich rasch passiert!

 Ombudsfrau
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