Fr, 17. August 2018

Ohne Nebenkosten

01.03.2018 06:00

Wohnen verschlingt schon 35% des Nettoeinkommens!

Im Vergleich zum Nettoeinkommen wird Wohnen immer teurer. 2017 mussten die Österreicher 35 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens für ein Dach über dem Kopf (Eigentum oder Miete) budgetieren, 2014 waren es noch 31 Prozent gewesen. In diesen Ausgaben noch nicht enthalten sind die Neben- und Betriebskosten für die Immobilie.

Österreich ist ein Land der Mieter. Im abgelaufenen Jahr wurde in Österreich um vier Prozentpunkte mehr für das Wohnen ausgegeben als drei Jahre davor. Im selben Zeitraum sank das durchschnittliche Jahresnettoeinkommen pro Haushalt um 2,2 Prozent auf rund 41.400 Euro. Eine gebrauchte Wohnung kostete 2017 im österreichweiten Schnitt rund 3590 Euro pro Quadratmeter, eine neue rund 4660 Euro. Das zeigt der "Erschwinglichkeitsindex" des Immobilienportals ImmobilienScout24 unter Verweis auf Einkommensdaten von Checkmyplace.com.

Wohnen in der Steiermark am günstigsten
Überdurchschnittlich kostspielig ist Wohnen in den Bundesländern Tirol und Salzburg, wo 42 bzw. 36 Prozent des Nettoeinkommens pro Haushalt dafür aufgebraucht werden. Am günstigsten wohnt man - nach Bundesländern betrachtet - in der Steiermark (mit einem Kostenanteil von 23 Prozent), im Burgenland (24 Prozent) sowie in Oberösterreich (27 Prozent) und Kärnten (28 Prozent).

In entlegeneren Gegenden wie etwa in Gmünd, Waidhofen an der Ybbs oder Zwettl in Niederösterreich, in Freistadt oder Rohrbach in Oberösterreich und im steirischen Murtal liegt der Wohnkostenanteil mit zwölf bis 15 Prozent freilich noch deutlich unter diesen Durchschnittswerten. Ein gebrauchtes Haus in Gmünd ist beispielsweise bereits um 820 Euro pro Quadratmeter zu haben, während der Österreich-Schnitt bei 2370 Euro liegt.

Extrem hoch ist der Wohnkostenanteil hingegen in einigen Tiroler Skigebieten wie etwa Kitzbühel (73 Prozent). Eine neue Eigentumswohnung kostet dort rund 7050 Euro pro Quadratmeter - das ist mehr als im Wiener Nobelbezirk Döbling (rund 6590 Euro), obwohl das Haushaltsnettoeinkommen in Döbling um 16 Prozent höher ist. In Zell am See erreicht der Wohnkostenanteil 42 Prozent - eine neu errichtete Wohnung kommt in dem Salzburger Urlaubsort auf 4250 Euro pro Quadratmeter. Auch Salzburg-Stadt und Umgebung sind bekannt teuer - 37 bzw. 38 Prozent des Einkommens sind dort für das Wohnen zu zahlen.

Bisher günstige Bezirke in Wien ziehen an
In Wien fällt auf, dass die Preise auch in den bisher günstigeren Bezirken spürbar in die Höhe gehen. In Hernals, Ottakring und Brigittenau weitete sich der Wohnkostenanteil zwischen 2014 und 2017 über dem Wien-Schnitt um vier Prozentpunkte aus, in Simmering sogar um fünf Prozentpunkte. In Simmering kostet eine neue Eigentumswohnung nun durchschnittlich rund 3500 Euro pro Quadratmeter, in Brigittenau 3890 Euro, in Ottakring und Hernals 4350 bis 4400 Euro. Extrem hoch ist der Wohnkostenanteil in den traditionell teuren Bezirken Innere Stadt (65 Prozent), Döbling (48 Prozent) und Währing (42 Prozent). Aber auch Wohnen in Mariahilf (38 Prozent) sowie Donaustadt, Alsergrund und Hietzing (alle 37 Prozent) kommt teuer.

"Die Reallöhne in Österreich sind seit Längerem kaum gestiegen", betont der Österreich-Chef von ImmobilienScout24, Christian Nowak. Ob Wohnen günstig oder teuer sei, sei nicht nur eine Frage der Immobilienpreise, sondern auch des Anteils am Einkommen, den man fürs Wohnen ausgeben muss.

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