08.10.2009 17:36 |

Mängel in Tunnel

Lkw-Brand nicht zu löschen - Teile bei Hydrant fehlten

Ein Lkw-Brand hat am Mittwochnachmittag in der erst kürzlich neu eröffneten zweiten Tunnelröhre des Roppener Tunnels bei Imst vermeintliche Sicherheitsmängel zutage gebracht. Ein Autofahrer hinter dem italienischen Sattelzug hatte das Feuer an der Achse bemerkt und die Bezirksleitstelle informiert. Die Sicherheitskräfte sperrten den Tunnel umgehend und konnten so gerade noch verhindern, dass der brennende Lastwagen in den Tunnel einfuhr.

Als der Lkw-Fahrer und weitere nachkommende Fahrzeuglenker die Flammen löschen wollten, bemerkten sie, dass im Schlauchkasten des Tunnels der Hydrantenschlüssel und Übergangsstücke zum Anschluss der Schläuche fehlten.

Die Fahrzeuglenker reagierten jedoch schnell und griffen zu Feuerlöschern, die sie in ihren Autos mitführten. Es gelang ihnen damit sogar kurzzeitig die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Die starke Hitzeentwicklung und die Überhitzung der Achse ließen das Feuer jedoch immer wieder auflodern.

Bilder von den Löscharbeiten der Feuerwehr findest du in der Infobox!

Auch die bald eintreffenden Feuerwehrmänner und Polizeibeamten konnten die Löschanlage des Tunnels ohne die fehlenden Teile nicht in Betrieb nehmen. Einige Einsatzkräfte fuhren daraufhin zur nächsten Nische innerhalb des Tunnels, aber auch dort waren kein Hydrantenschlüssel und kein Zwischenstück vorhanden. Der Feuerwehr gelang es schlussendlich doch noch, mit dem Löschwasser ihrer Einsatzfahrzeuge den Brand zu löschen.

Polizei ließ Röhre bis zur Mängelbehebung sperren
Der Vollausbau des Roppener Tunnels (bis 2010 wird noch die Bestandsröhre saniert) kostet insgesamt rund 130 Millionen Euro. Die neu eröffnete zweite Röhre sei dem modernsten Stand der Technik entsprechend ausgerüstet und verfügt laut ASFiNAG unter anderem über sieben Abstellnischen, 16 begehbare und sieben befahrbare Querschläge, eine "helle, freundliche, reflektierende" Tunnelwand-Beschichtung. Die Überwachung und Steuerung der Anlage erfolgt durch die zentrale Tunnelwarte St. Jakob.

Die Polizei konstatierte am Mittwoch trotzdem "schwere Sicherheitsmängel" und ließ die Röhre durch die Straßenmeisterei sperren. Der Tunnel wurde erst nach Prüfung der Mängel in den Abendstunden wieder für den Verkehr freigegeben.

"Hydranten nur für Feuerwehr"
Mehrere krone.at-Anfragen bei der ASFiNAG bezüglich einer Stellungnahme blieben am Donnerstag zunächst unbeantwortet. Am späten Nachmittag hieß es in einem Statement der Autobahngesellschaft, man habe sofort eine Untersuchungskommission eingerichtet. Grundsätzlich sei aber bei den Löscheinrichtungen in Tunnels zwischen Einrichtungen der Selbsthilfe (durch Autofahrer, Ersthelfer, etc.) und den Einrichtungen für die Feuerwehr zu unterscheiden.

In den Notrufnischen seien jeweils zwei Feuerlöscher bereitgestellt, in den Pannenbuchten würden sich fix montierte Wasserschläuche befinden. Die Hydranten samt Schlauchkästen seien "einzig und allein" für die Feuerwehr gedacht, die auch ihre eigenen Hydrantenschlüssel mit dabei hätte.

Im Roppener Tunnel hatten allerdings die umliegenden Feuerwehren Hydrantenschlüssel und Schlauchzwischenstücke in den Schlauchkästen gefordert, was die ASFiNAG als "Zusatzleistung" bezeichnet. Durch einen Irrtum bei der Bestellung lagen in den Kästen "ABC-Kupplungsschlüssel", die nicht passten. Die passenden Schlüssel würden bereits am Freitag nachgerüstet, hieß es.

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