Sa, 23. Juni 2018

Was tun?

27.02.2018 05:30

In Graz droht der Verkehrsinfarkt

Auf den Straßen staut es sich in den Stoßzeiten, die Öffis sind überfüllt. Und die Bevölkerung wächst rasant: Im Jahr 2030 soll die Murmetropole bereits rund 330.000 Einwohner haben. Wenn man eins und eins zusammenzählt, weiß man: Es droht der Verkehrsinfarkt. Ein Konzept zeigt nun einen Ausweg aus der Misere auf.

„Während andere Städte längst gegensteuern, werden in Graz immer noch fast 50 Prozent der Wege mit dem Auto zurückgelegt“, kritisiert Christian Kozina die Verkehrspolitik in der Stadt. „Und die geplanten Maßnahmen werden daran nicht viel ändern.“ Gemeinsam mit der Initiative Fahrgast Steiermark und der Radlobby Argus hat er ein Mobilitätskonzept für den Großraum Graz erarbeitet.

Die Maßnahmen reichen von Abkürzungen für Fußgänger über ÖV-Hauptachsen ins Umland bis hin zu einer konsequenten Entflechtung der verschiedenen Verkehrsmittel sowie einem Ausbau des Radwegenetzes und mehr Abstellplätzen. „Es geht gar nicht darum, dass das alles 1:1 umgesetzt wird“, betont Kozina. Man wolle Denkanstöße liefern.

Aus Sicht von Fahrgast vorrangig sind der Anschluss des S-Bahn-Knotens Don Bosco an das Straßenbahnnetz und der Bau der Südwestline. „Die Busse sind überlastet. Die Stadtpolitik schiebt das Thema seit Jahrzehnten vor sich her, obwohl gerade im Südwesten von Graz die Bevölkerung stark wächst“, sagt Sprecher Thomas Schilcher.

Das oft genannte Argument, es sei nicht genug Geld da, will man nicht gelten lassen. „Allein 2017 wurden in der Steiermark 300 Millionen Euro in den Straßenbau investiert – daran kann es also nicht scheitern“, sagt Kozina. Und Argus-Obfrau Heidi Schmitt fügt hinzu: „Wenn man etwas will, dann gibt es Wege, wenn man etwas nicht will, dann gibt es Gründe…“

Das gesamte Konzept mit allen 18 Forderungen findet man im Internet unter www.graz-verkehr.at – dort wurde auch eine Online-Petition eingerichtet, um diesen Nachdruck zu verleihen. Am morgigen Mittwoch findet im Café Kaiserfeld eine öffentliche Diskussionsveranstaltung zum Thema „Verkehr in Graz“ statt. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Ernst Grabenwarter
Ernst Grabenwarter

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