Was steht am 'Dachl'?

Inschrift seit 500 Jahren ein Rätsel - wird es nun gelöst?

Tirol
07.10.2009 14:54
Das Rätsel an dem "Legionen von Historikern" bisher gescheitert sind, soll ab Mittwoch unter der Schirmherrschaft des Tiroler Autors Felix Mitterer durch einen sprachspielerischen Zugang gelöst werden. "Seit mehr als 500 Jahren prangt am Goldenen Dachl in Innsbruck eine Inschrift, die bis jetzt von niemandem entziffert worden ist", erklärte Christian Ide Hintze, Direktor der Schule für Dichtung. Der Entschlüsselung dieses zu den letzten Tiroler Geheimnissen zählenden Codes nimmt sich ab heute für vier Wochen eine Schreibwerkstatt an.

"Jeder, der an diesem Projekt teilnehmen möchte, ist herzlich eingeladen mitzumachen", sagte Hintze. Dazu müsse der Teilnehmer lediglich die Homepage der Schule für Dichtung besuchen. Dort sei eine Abbildung der Reliefzeile mit ans Hebräische mahnenden Buchstaben abgebildet. Nach eingehender Betrachtung stehe es jedem frei, einen Beitrag zu verfassen, der dann von Mitterer kommentiert und bewertet werde.

"Die Skala geht von einem bis zu vier goldenen Schindeln", schilderte der Direktor. Die Beiträge sollten fantasievoll sein und jeglichen "linguistischen, philologischen oder sonst wie wissenschaftlichen Anspruch" beiseitelassen.

Einzigartiges Rätsel
Die Idee zu diesem Projekt habe sich zufällig ergeben, erzählte Hintze, der sich selbst als "Sprachbesessener" bezeichnet. Im Zuge eines Tirol-Aufenthalts sei er über die rätselhafte Inschrift gestolpert und zugleich fasziniert gewesen. "Da haben wir inmitten einer Touristenattraktion Schriftzeichen, die täglich tausende von Menschen betrachten, aber niemand versteht", sagte Hintze. Dies sei wohl weltweit einzigartig. Recht schnell sei die Idee geboren worden, daraus ein Sprachspiel zu machen und einen lebendigeren Zugang zu diesem Mysterium zu finden.

Mitterer sei sehr früh als "Wunschkandidat" festgestanden, habe sich aber vorerst beharrlich "gesträubt". Der Tiroler Autor sei ein bescheidener Mensch und habe daher anfänglich Bedenken geäußert, ob er dem Projekt gerecht werden könne. "Es hat sich aber gezeigt, dass er aufgrund seiner Fantasie und seines Sprachspiels die Idealbesetzung ist", meinte Hintze.

Für die Schule für Dichtung sei das Projekt von großem Interesse, da es sich mit den Grundfragen von Sprache auseinandersetzt. "Warum sagt man überhaupt zu etwas Buchstabe, warum passen diese in kein Schema", sind nach Ansicht des Direktors einige dieser Fragen. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen der Schule und dem Stadtarchiv Innsbruck und endet am 4. November.

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