Sa, 23. Juni 2018

25 Helfer im Einsatz

25.02.2018 16:12

200-Meter-Absturz vom Hochgolling überlebt

Unglück bei der Bergtour zweier Brüder aus Altenmarkt: Die zwei waren mit Tourenski auf den Hochgolling aufgestiegen. Bei der Gollingscharte auf 2326 Meter ließen sie die Ski zurück und versuchten mit Steigeisen zum Gipfel zu gelangen. Doch einer der Brüder trat dabei ein Schneebrett los.

Die 30 und 32 Jahre alten Geschwister waren Samstag früh von Roohrmoos-Untertal aus (Bezirk Liezen, Steiermark) zur Tour auf den 2750 Meter hohen Hochgolling gestartet. Gegen 12.30 Uhr erreichten sie die Gollingscharte. Dort ließen sie ihre Ski zurück und gingen mit den Steigeisen weiter Richtung Gipfel. Als der ältere Bruder gegen 13 Uhr in den Nordwestgrad einbog, löste sich ein Schneebrett, das den Mann 200 Meter über steiles Gelände mit in die Tiefe riss. Der Altenmarkter kam auf dem Lawinenkegel zum Liegen. Er hatte sich jedoch eine Knöchelverletzung und eine tiefe Wunde am rechten Oberarm zugezogen.

Sein Bruder stieg umgehend zum Verletzten ab und rief Hilfe. Der Lungauer Bezirksleiter der Bergrettung trommelte 25 Mann zusammen. Eine Hubschrauberbergung war trotz mehrmaliger Versuche wegen des dichten Nebels nicht möglich. Die Helfer machten sich auf den Weg. Dabei blieb ein Einsatzleiter im Tal.  Er blieb mit den Brüdern ständig in telefonischem Kontakt. Der aufsteigende Trupp wurde via WhatsApp auf dem Laufenden gehalten.

„Sie haben uns dann Bescheid gegeben, dass sie versuchen selbst abzusteigen, so Bezirkschef Hannes Kocher. Ihre Position gaben die Brüder alle paar Minuten durch. Sie gingen abseits des Sommerweges durch das teils über 50 Grad steile Gelände. Auch mittels Lichtzeichen blieben die Retter und die Brüder in Kontakt. Im Bereich der Hinteren Zugriegelalmen traf der Hilfstrupp schließlich auf die erschöpften Brüder.

Der Verletzte wurde in der Folge mit einem Akja transportiert. Einer der Retter lieh dem zweiten Bruder einen Ski, um besser vorankommen zu können. Beim Hüttendorf Göriach hieß es schließlich umsteigen auf ein Quad-Fahrzeug. Gegen 21 Uhr trafen schließlich alle im Tal ein. Die Rettung brachte die Brüder in der Folge ins Krankenhaus nach Tamsweg.

Hannes Kocher ist froh, dass die Helfer bei den widrigen Bedingungen und der hohen Lawinengefahr nicht weiter aufsteigen mussten. „Die Brüder waren optimal ausgerüstet und sie haben richtig entschieden. Hätten sie versucht in einem Notbiwak am Berg zu übernachten, hätte es wegen der bitteren Kälte schlimm ausgehen können.“

Manuela Kappes
Manuela Kappes

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.