22.02.2018 13:25 |

Purer Zufall

Erster Blick auf Geburt von Supernova

Wovon professionelle Astronomen seit Jahrzehnten träumen, ist ausgerechnet einem Hobbysterngucker gelungen: Der argentinische Amateurastronom Victor Buso hat durch puren Zufall einen Blick auf die Geburt einer Supernova erhascht. "Das ist wie ein Hauptgewinn in der kosmischen Lotterie", erklärte der Astronom Alex Filippenko von der University of California in Berkeley, der mit weiteren Wissenschaftlern in der Fachzeitschrift "Nature" über die Beobachtung berichtete.

Der aus dem argentinischen Rosario stammende Buso hatte im September 2016 eine neue Kamera an seinem Teleskop getestet, als er plötzlich auf einem der Bilder einen hellen Lichtschein im südlichen Sternbild Bildhauer (lateinisch Sculptor) entdeckte. Der Lichtpunkt markierte den Augenblick eines Supernova-Ausbruchs in einer 80 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie.

Dies bedeutet, dass das Licht dieser Sternexplosion 80 Millionen Jahre zu uns unterwegs war. Der Amateurastronom informierte die Wissenschaftlerin Melina Bersten vom Astrophysikalischen Institut in La Plata über seine Beobachtung - und der Profiforscherin war augenblicklich klar, dass Buso einen wissenschaftlichen Rohdiamanten entdeckt hatte.

Bersten gab die Information an eine internationale Astronomengruppe weiter, und innerhalb von wenigen Stunden richteten Großteleskope rund um den Erdball den Blick auf die neue Supernova mit der Bezeichnung SN 2016gkg. "Professionelle Sternbeobachter haben lange auf ein solches Ereignis gewartet", betonte der Astronom Filippenko.

"Die Beobachtung des Beginns einer Sternexplosion liefert Erkenntnisse, die auf keine andere Weise gewonnen werden können", fügte der Wissenschaftler hinzu. Die neuen Daten geben demnach beispielsweise Aufschluss über die physikalische Struktur des Sterns unmittelbar vor der Explosion oder aber auch über die Vorgänge bei Supernova-Explosionen selbst, in der massereiche Sterne ihr Leben beenden.

Zugleich bot die Beobachtung von SN 2016gkg den Wissenschaftlern die Möglichkeit, ihre bisherigen Supernova-Theorien anhand realer Daten zu überprüfen. Aus den neuen Beobachtungen in Verbindung mit theoretischen Modellen schlossen die Forscher, dass der explodierte Stern etwa die 20-fache Masse unserer Sonne hatte. Als er explodierte, hatte er allerdings bereits drei Viertel seiner Masse verloren - wahrscheinlich durch einen Begleitstern, der diese Materie weggesaugt hatte.

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