Do, 21. März 2019
06.10.2009 10:28

Schön und schaurig

Sonderausstellung: Totenkulte und Jenseitsglaube

Wie gehen andere Kulturen mit dem Tod um, glauben sie an ein Leben danach? Diese Fragen stehen im Zentrum der aktuellen Sonderausstellung im Haus der Völker in Schwaz. Anhand wertvoller Objekte zeigt die Schau auf, dass Menschen aus ganz unterschiedlichen Winkeln der Erde über die Religion im Jenseitsglauben vereint sind.

"Je älter die Religionen sind, umso ausufernder und facettenreicher sind ihre Mythen. Die meisten Totenkulte setzen einen Jenseitsglauben voraus, dessen Ziel niemals uneigennützig ist. Der Tote soll leben, damit er, der den Göttern nahe ist, die Nachkommen protegiert", beschreibt Gert Chesi vom Haus der Völker den Grund, warum Totenkulte in verschiedenen Kulturen mit enormem Aufwand gepflegt werden. Kostbare Kultobjekte und bizarre Rituale zeugen davon.

Vergleich verschiedener Kulturen
Mit der Ausstellung will Chesi eine sachliche Annäherung an das emotionale Thema ermöglichen. Anhand von Grabbeigaben, Ritualobjekten, Ahnenfiguren und anderen Artefakten wird der Umgang mit Tod und Jenseits in verschiedenen Kulturen veranschaulicht. Zu sehen sind unter anderem Masken des Malanggan-Kultes aus Neuirland. Nach der Vorstellung der Bewohner benötigt der Geist eines Verstorbenen einen neuen Behälter. Aus Nigeria stammen jene rund ein Meter großen Holzfiguren, in deren rucksackähnlichen Behältern einst Gebeine und Reliquien der Verstorbenen aufbewahrt wurden.

Bei all den faszinierenden Objekten geht es Chesi aber auch darum, die Grausamkeiten aufzuzeigen, die mit Totenkulten verbunden waren und sind. "Wir können nur ahnen, was etwa die Könige von Dahomey (heute Benin) dazu getrieben hat, Tausende zu töten, um nicht allein den Weg ins Jenseits gehen zu müssen. Menschen- und Tieropfer gehören zu den Totenkulten wie eine einzigartige Verschwendungssucht. Den Menschen wäre durch ihr Fehlen wohl mehr erspart als genommen worden", resümiert Chesi.

von Claudia Thurner, Tiroler Krone

Haus der Völker: Totenkulte und Jenseitsglaube. Zu sehen bis 3. Jänner 2010. Geöffnet täglich von 10 bis 18 Uhr. Führungen jeden Sonntag und Feiertag um 15 Uhr.

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