Bei dem Gutachten handelt es um die Expertise der Fachärztin Sylvia Fitzal, die vor allem die Schmerztherapie in dem Spital zu bewerten hatte. Dass es dabei massive Probleme gab, die zum Tod der jungen Frau führten, hat bereits der Gerichtsmediziner nachgewiesen.
Kirstin Rehberger unterzog sich, wie berichtet, Ende November 2008 in Wien einem orthopädischen Routineeingriff: Sie litt an schmerzhaften Senkfüßen. 24 Stunden nach der Operation war die junge und kerngesunde Frau tot. Wie es dazu kam, dokumentiert das Gutachten der auf Anästhesie und Intensivmedizinspezialisierten Universitätsprofessorin: Nach der Operation litt Kirstin Rehberger an starken Schmerzen und bekam eine Reihe von Medikamenten verabreicht. Dass sich dadurch die Nebenwirkungen der Präparate dramatisch verstärken, hat man offenbar nicht bedacht.
Arzt alarmiert, aber er kam nicht
Das Schmerzmittel Dipidolor wurde auch in viel zu geringen Zeitabständen verabreicht, was eine steigende Konzentration des Wirkstoffes im Blut auslöste. Dadurch verflachte der Atem, mangelnde Sauerstoffversorgung des Herzens führte letztlich zu einem Infarkt. Eine Stunde vor Kirstin Rehbergers Tod bemerkte eine Krankenschwester noch auffallend laute Atemgeräusche bei der jungen Frau. Sie alarmierte einen Arzt, aber der kam nicht…
Abschließender Befund von Prof. Fitzal: "Pharmakologisches und klinisches Wissen über eine effiziente Schmerztherapie" sei indem Spital nicht ausreichend vorhanden gewesen. Eine Überwachung der Atemfrequenz der Patientin hätte wohl deren Tod verhindert. In dem Gutachten wird auch mangelnde Koordination zwischen einzelnen Abteilungen des Spitals aufgezeigt. Deshalb fordern die Anwälte der Eltern des Opfers, Isabella Eder und Sebastian Lesigang, eine Anklage nach dem Unternehmensstrafrecht.
von Peter Grotter, Kronen Zeitung
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