20.02.2018 15:52

Festnahmen in Italien

Netz in Europa: Geldspur der Mafia führt nach Wien

Ein nobles Haus aus der Gründerzeit mit einem Konsulat und einem Anwaltsbüro im Wiener Börse-Viertel – zu dieser teuren Adresse im Herzen der City führt die Geldwäschespur der süditalienischen 'Ndrangheta-Mafia aus Kalabrien. Bei den Operationen "Goldenes Vlies" und "Rückengürtel" gab es insgesamt 41 Festnahmen.

Koordinierte Blitzzugriffe der Anti-Mafia-Einheit DIA in den italienischen Regionen Kalabrien und Toskana: Bei den groß angelegten Operationen "Rückengürtel" und "Goldenes Vlies" klickten in unserem südlichen Nachbarland für 41 mutmaßliche Mafiosi die Handschellen.

Schwarzgeld im Wert von 100 Millionen Euro sichergestellt
Bei dem geballten Schlag der Behörden gegen das organisierte Verbrechen in Italien wurden unter anderem 51 verdächtige Firmen stillgelegt und Immobilien und Schwarzgeld im Gesamtvermögenswert von mehr als 100 Millionen Euro sichergestellt. Eine Spur in der gewaltigen Causa führt auch nach Österreich: In den Akten zu den Ermittlungsergebnissen tauchen nämlich auch zwei mittlerweile in Konkurs geschlitterte Firmenadressen mitten in der Wiener City im noblen Börse-Viertel auf.

Wien als Drehscheibe im Millionen-Business der Mafia
Dorthin sollen Geldflüsse (siehe Grafik unten) von mehr als einer halben Million Euro gegangen sein. Kriminelles Vermögen, das weißgewaschen wurde: Wien als eine der Drehscheiben im Millionen-Business der Mafia! Eine gewichtige Rolle in dem kriminellen Konstrukt soll es auch – via Strohmänner – in Kroatien gegeben haben. Wie die italienische Finanzpolizei von Reggio Calabria bekannt gab, wurde das Netz aber auch bis in die Slowakei und Rumänien gesponnen.

M. Lassnig/M. Münzer, Kronen Zeitung

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