Gasmasken-BH und Co.

Auszeichnungen für schräge Forschung verliehen

Wissenschaft
03.10.2009 12:05
Ein BH, der sich zur Gasmaske umfunktionieren lässt, leere Bierflaschen, die für Schlägereien besser geeignet sind als volle: Diese und ähnlich bahnbrechende Forschungsarbeiten würdigen die "Ig Nobel"-Preise, die jährlich in Anspielung auf die echten Nobelpreise verliehen werden. Die "un-noblen" Auszeichnungen werden für Arbeiten vergeben, die auf den ersten Blick skurril anmuten mögen, sich aber häufig als erstaunlich praktisch erweisen.

Die Kuh gibt keine Milch? Da könnten Streicheleinheiten und ein netter Rufname wie "Alma" oder "Bella" Abhilfe schaffen. Das haben zwei britische Wissenschafter herausgefunden, die den Nutzen persönlicher Zuwendung zum lieben Vieh für die Milchproduktion untersuchten. Auch sie zählen zu den diesjährigen Preisträgern. Die Auszeichnungen unter Schirmherrschaft des humoristischen Wissenschaftsmagazins "Annals of Improbable Research" (Annalen der unwahrscheinlichen Forschung) wurden am Donnerstag an der Harvard-Universität unter tätiger Mitwirkung echter Nobelpreisträger verliehen.

"Friedenspreis" geht in die Schweiz
Den "Friedenspreis" erhielt ein Team aus der Schweiz: Die Wissenschafter um Stefan Bolliger vom Institut für Rechtsmedizin der Universität Bern wiesen im Versuch nach, dass leere Bierflaschen bei einer Kneipenschlägerei besser taugen als volle Flaschen. "Nicht gerade der Gipfel meiner akademischen Laufbahn", räumte Bolliger ein. Mit Sicherheit aber zähle der "Ig Nobel"-Preis zu den denkwürdigsten Momenten seines Berufslebens.

Studie könnte in Kriminalfällen helfen
Bei dem Versuch kam kein Schädel zu Schaden. Stattdessen ließen die Wissenschafter Stahlkugeln auf Halbliterflaschen fallen. "Die leeren Bierflaschen waren viel stabiler als die vollen", erklärte Bolliger in einer E-Mail. Sie eigneten sich daher besser als Schlagwerkzeuge. Gleichwohl könnten sowohl volle als leere Flaschen einen menschlichen Schädel einschlagen. Wie die meisten Preisträger betonte Bolliger, dass seine Forschung wirklich von Wert sei. Vor Gericht gehe es immer wieder darum, wie viel Schaden ein Schlag mit einer Flasche auf den Kopf anrichten könne. Die Studie könne in künftigen Fällen hilfreich sein.

Gasmasken-Büstenhalter
Geehrt wurde auch eine Ärztin, die einen zur Gasmaske umfunktionierbaren Büstenhalter erfand. Auch dieser Preis an Elena Bodnar ist durchaus ernst gemeint. Der BH lässt sich in zwei Masken für Trägerin und Begleitperson verwandeln. Die in Chicago lebende gebürtige Ukrainerin forschte früher über die Auswirkungen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986. Mit billigen, leicht verfügbaren Gasmasken in den ersten Stunden nach dem Unglück, so argumentiert sie, hätten die Menschen vielleicht keine radioaktiven Jod-Isotope eingeatmet, die Strahlenschäden verursachen können.

Auch nach den Anschlägen vom 11. September oder bei dem Sandsturm kürzlich in Sydney wären Masken möglicherweise von Nutzen gewesen. "Man muss immer vorbereitet sein, überall, in jedem Moment - und einen BH trägt praktisch jede Frau." Ein BH-Körbchen gleich welcher Größe sei perfekt geformt, um Mund und Nase zu bedecken. Zudem sähen ihre Erfindungen hübsch aus - nicht anders als normale Büstenhalter.

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.



Kostenlose Spiele