Österreich will erst nach der Genehmigung durch die EU eine Entscheidung über die endgültige Liefer-Bestellung treffen. Auch die Menge sowie den Verteilungsmodus werde man erst dann beschließen, betonte Gesundheitsministeriums-Sprecher Thomas Geiblinger. Österreich kann laut dem Vorvertrag alle 16 Millionen Dosen auf einmal oder in kleinen Mengen nach und nach ordern. "Uns freut es, dass wir im Zeitplan sind, und wir hoffen sehr auf eine rasche Zulassung", so Geiblinger.
Ob Österreich im Fall einer Bestellung gleich die gesamten 16 Millionen Dosen erhalten würde, ist fraglich: Die Ausbeute der Produktion ist offenbar wesentlich geringer als erwartet. Österreich könnte zunächst nur rund 300.000 Dosen der Vakzine erhalten. Dann würden pro Woche 70.000 bis 100.000 nachgeliefert werden.
Impfung auch für Schwangere und Kleinkinder
Bereits fest steht mit der EMEA-Empfehlung der Impfplan: "Das Komitee für Medizinprodukte für den Gebrauch beim Menschen empfiehlt für 'Celvapan' derzeit ein Impfschema mit zwei Immunisierungen im Abstand von drei Wochen für Erwachsene, inklusive Schwangere, und Kinder ab einem Alter von sechs Monaten", hieß es. "Klinische Studien an Erwachsenen und Kindern laufen. Ihre Ergebnisse werden ab Mitte Oktober 2009 vorliegen."
Die Zulassung der Schweinegrippe-Impfstoffe "Focetria" (Novartis) und "Pandemrix" (GlaxoSmithKline) hatte die EMEA bereits vor einer Woche empfohlen. Im Anschluss genehmigte die EU beide Vakzine vergangenen Dienstag. "Celvapan" bekam wegen zunächst ungeklärter Sachverhalte in der Vorwoche noch kein Okay. "Die Fragen bezüglich der Herstellungsqualität an Baxter sind geklärt. Das ist in relativ kurzer Zeit geschehen", sagte der Chef der AGES PharmMed, Marcus Müllner, am Freitag. Die Fragen betrafen den Produktionsablauf im Baxter-Impfstoffwerk in Bohumil in Tschechien.
In Niederösterreich entwickelt
"Celvapan" wurde im Baxter-Biotech-Forschungszentrum in Orth an der Donau in Niederösterreich entwickelt. Die AGES PharmMed hat federführend jene Studien betrieben, die nun zur formellen Zulassung von "Celvapan" führen sollen. "In den klinischen Untersuchungen hat es bisher kein Signal gegeben, was die Sicherheit der Vakzine betrifft", so Müllner. Das bedeutet, dass es keine Hinweise auf gröbere Nebenwirkungen gibt. Die Endergebnisse der Untersuchungen liegen aber noch nicht vor.
Pro Tag etwa eine Erkrankung in Österreich
Im Schnitt ist in der vergangenen Woche pro Tag eine Person in Österreich an Schweinegrippe erkrankt. Laut dem Gesundheitsministerium wurden in den vergangenen sieben Tagen neun Infektionen mit der neuen Influenza gemeldet. Schulen sind nach wie vor nicht im großen Ausmaß betroffen. Unter den Patienten befindet sich eine siebenjährige Volksschülerin aus Wien. Sechs weitere Betroffene sind zwischen 15 und 18 Jahren alt.
Bei allen sei der Krankheitsverlauf mild und nicht Besorgnis erregend, so das Gesundheitsministerium. Das trifft auch auf eine erkrankte Salzburgerin (37) sowie einen infizierten Wiener (21) zu. Die neun Betroffenen stammen aus Salzburg (4), Wien (3), Tirol und Oberösterreich (je ein Fall). Insgesamt gab es seit Ausbruch der Schweinegrippe im April in Österreich 391 Infektionen.









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