Kraftwerk am Lech

ÖBB verteidigt Bau - Energie für 6.000 Fahrten Tirol-Wien

Tirol
01.10.2009 16:17
Der umstrittene Ausbau des Wasserkraftwerkes Spullersee am Oberen Lech im Tiroler Außerfern soll der Eigentümerin ÖBB einen Energiezuwachs von umgerechnet 6.000 Zügen auf der Strecke Innsbruck-Wien bringen. Das entspricht zusätzlichen 50 Gigawattstunden (GWh) jährlich oder knapp 17 Prozent des Bahnstrombedarfs in Tirol und Vorarlberg. Mit diesen Angaben hat die ÖBB das Projekt am Donnerstag gegenüber Kritikern verteidigt.

Tirol produziere bisher lediglich ein Drittel von der benötigten Menge an Bahnstrom, erklärte Kraftwerksleiter Johann Pluy von der ÖBB-Infrastruktur Bau AG. Mit dem 30 Millionen Euro teuren Ausbau seien es rund die Hälfte. Durch die Maßnahme der Beileitung solle die Eigenstromerzeugung in Zukunft erhöht und die umweltfreundliche Bahnstromversorgung langfristig gesichert werden. Es seien keine Neubaumaßnahmen notwendig, die bestehende Infrastruktur solle lediglich optimiert werden. Sämtliche anlagentechnischen Einrichtungen seien vorhanden.

WWF: "Kniefall vor Kraftwerkslobby"
Das Kraftwerk hatte bereits zu Diskussionen im Tiroler Landtag als auch bei Naturschutzorganisation geführt. Als Sündenfall für die Naturschutzpolitik hatte der WWF die positive Entscheidung des Landes Tirol für den Ausbau bezeichnet. "Dieser Tabubruch, den Lech und seine Zuflüsse für den Kraftwerksausbau freizugeben, stellt für uns einen bisher unvorstellbaren Kniefall vor der Kraftwerkslobby dar", betonte die Naturschutzorganisation.

Grüne: Es geht gar nicht um Bahnverkehr
Heftige Kritik war auch vonseiten der Grünen gekommen. Für die Landtagsabgeordnete Maria Scheiber stehe die Natur in Tirol unter immer größerem Druck. Die ÖBB würden den dort erzeugten Strom nicht für den Bahnverkehr nutzen, sondern als Stromanbieter auftreten. Die erzeugte Elektrizität diene der "Gewinnmaximierung".

Landesnaturschutzreferent Hannes Gschwentner (SPÖ) hatte am Dienstag grünes Licht für den Ausbau gegeben. "Dieses Projekt ist von Tiroler Seite aus naturschutzrechtlich genehmigt", sagte er.

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