01.10.2009 09:28 |

Parallelen entdeckt

Forscher: Schon Tyrannosaurus rex litt an Vogelseuche

Schon Tyrannosaurus rex, der Schrecken der Urzeit, litt möglicherweise an einer Vogelseuche, die bis heute seine entfernten Nachkommen plagt. Tiefe Löcher in den Unterkiefern vieler Skelette der Raubsaurier deuten auf eine Infektion mit bestimmten Einzellern hin, berichten amerikanische und australische Forscher im Wissenschaftsjournal "PLoS One". Die heutigen Vögel sind entfernte Nachfahren der Dinosaurier.

Der Veterinärmediziner Ewan Wolff von der Universität Wisconsin-Madison (USA) und seine Mitarbeiter hatte 61 Schädel von Tyrannosauriern und ihren Verwandten untersucht. 15 Prozent davon hatten tiefe, zum Teil durchgehende Löcher in ihren Unterkiefern. Bisher waren diese für verheilte Bisswunden oder die Folgen von Bakterieninfektionen gehalten worden.

Infektion mit Erreger der Kropfseuche
Wolff fiel dagegen auf, dass Verteilung, Form und die Ränder dieser Löcher verblüffend denen ähneln, die eine noch heute häufige Erkrankung von Vögeln herruft: eine Infektion mit dem Einzeller Trichomonas gallinae. Dieser Erreger der sogenannten Kropfseuche ist vor allem bei Tauben und Hühnervögeln verbreitet und wird von deren Immunsystem meist in Schach gehalten. Bei Raubvögeln, die diese Vögel fressen, kann sie jedoch gefährlich und tödlich werden.

Auch Gemeinsamkeiten bei den Immunsystemen
Angesichts der Verwandtschaft zwischen Sauriern und Vögeln ist es gut möglich, dass schon die Saurier an ähnlichen Parasiten litten, schreibt Wolff. Die ähnliche Reaktion deute darauf hin, dass auch das Immunsystem der urzeitlichen Riesen schon Gemeinsamkeiten mit dem der heutigen Vögel hatte.

Durch Bisse oder Kannibalismus erkrankt?
Interessant sei, dass die Infektionszeichen nur an Tyrannosauriern und ihren Verwandten, nicht aber bei ihrer möglichen Beute gefunden wurden. Dies könne bedeuten, dass die Tiere sich in großem Maße durch Bisse oder Kannibalismus gegenseitig infizierten, glauben die Forscher. Bei etwa 60 Prozent aller Tyrannosaurierschädel finden sich Bissspuren am Kopf.

Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen