Gefährlicher Trend

Immer mehr Teenager verschicken Nacktfotos im Netz

Wenn Heranwachsende erste sexuelle Erfahrungen machen, kommen häufig auch digitale Medien ins Spiel. Neben Pornos im Netz oder Flirten im Chat, gehört inzwischen auch „Sexting“ dazu. Hierbei verschicken Teenager Nacktfotos über ihr Smartphone. „Umfragen unter 14- bis 18-jährigen Jugendlichen in Österreich haben ergeben, dass die Hälfte aller Personen jemanden kennt, der selbst schon erotische Bilder von sich gemacht oder verschickt hat“, so Philipp Ikrath vom Institut für Jugendkulturforschung. Ein gefährlicher Trend!

Mit nur einem Klick ist ein sexy Foto mit dem Handy gemacht, in wenigen Sekunden ist dieses via WhatsApp pder Mail versandt. "Sexting" ist bei Jugendlichen weit verbreitet, mehr als ein Drittel gibt laut einer Studie an, selber schon einmal erotische Bilder gemacht oder bekommen zu haben. Für viele gilt das versenden solcher Bilder als Liebesbeweis. Das Problem beginnt, wenn die Kommunikation nicht mehr privat bleibt. Bilder werden verbreitet, die Absender oftmals sogar erpresst. Aktuelle US-Studien belegen häufige Vertrauensbrüche. „Jugendliche sind sich der Gefahr zwar bewusst. Mehr als die Hälfte gibt an, zu wissen, dass man aufpassen muss. Dies ändert jedoch nichts daran, dass sie es dann situationsbezogen trotzdem machen“, sagt der Jugendforscher. Das bestätigt auch „Rat auf Draht“: Häufig melden sich junge Mädchen, deren ehemalige Partner drohen, freizügige Bilder im Internet zu veröffentlichen oder an der Schule zu zeigen. 

Vertrauensmissbrauch: „Vorsicht ist geboten!“
Das grösste Risiko bei Sexting besteht darin, dass die Inhalte sehr schnell verbreitet werden, sich aber nur schwer löschen lassen. Mit einem einzigen Klick landet ein kompromittierendes Bild oder Video im Internet und bleibt womöglich für immer. Eine extremes Negativbeispiel wurde bei einer Jugendlichen aus Wien dokumentiert. Sie schickte ihrem Freund Nacktfotos, dieser erstellte, als die Beziehung zu Ende ging, online eine eigene Seite, auf welcher er die Bilder teilte. Innerhalb von 48 Stunden wurden die Fotos von über 3.000 Internetusern gesehen. In Schottland hat sich vor wenigen Jahren ein 17-Jähriger wegen der Androhung schlüpfrige Bilder von ihm zu veröffentlichen, sogar das Leben genommen. 

Studien belegen, dass Männer im Vergleich zu Frauen nicht nur doppelt so häufig Fotos von sich senden, sondern auch die Wahrscheinlichkeit häher ist, dass sie erhaltene Botschaften weiterverbreiten. Je älter die Personen, desto größer jedoch die Bedenken. 

Weiterleitung ist strafbar!
Rechtlicher Hinweis: Bis vor zwei Jahren galt der Versand von Nacktfotos Minderjähriger, auch wenn selbst und freiwillig verschickt, als Kinderpornografie und war damit verboten. Nach einer Gesetzesänderung ist "Sexting" mittlerweile straffrei. Weiterhin verboten ist es jedoch erhaltene Aufnahmen an Dritte weiterzuleiten!

Februar 2018

Was meint ihr dazu? Postet uns in den Kommentaren oder schreibt uns mit Hashtag #City4U auf Facebook, Twitter oder Instagram!

Julia Ichner
Julia Ichner

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Mehr