Mo, 16. Juli 2018

Wirte brauchen Helfer

09.02.2018 05:36

35 Saisonniers für 2000 offene Stellen bewilligt

Haben Sie auch Skiurlaub für die Semesterferien geplant? Die Wintersaison läuft wie eine perfekt präparierte Piste – möchte man glauben. Doch hinter den Kulissen brodelt es in der Gastronomie, denn es herrscht Personalknappheit. 2000 Stellen sind offen. Gleichzeitig ist das Kontingent für Saisonarbeiter aus Drittstaaten auf 35 Mitarbeiter für Oberösterreich beschränkt, beklagt die WKO.

Als den „berühmten Tropfen auf dem heißen Stein“ bezeichnet die Wirtschaftskammer das Saisonniers-Kontingent für die Wintersaison ob der Enns, das bereits zum zweiten Mal nur 35 Posten vorsieht – bei 2000 offenen Stellen!

Kritik an unnötiger Bürokratie
WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer kritisiert außerdem die unnötige Bürokratie, da jene Mitarbeiter, die einen Platz im Kontingent ergattern konnten, nun auch noch lange Wege zurücklegen müssen, um an das nötige Visum zu kommen. Ein bosnischer Kellner, der in Gmunden arbeiten möchte, müsse etwa persönlich nach Sarajevo fahren, um das Dokument zu erhalten. Hummer fordert deshalb die neue Bundesregierung auf, künftig wieder mehr Saisonniers zu genehmigen (in der Saison 2014/15 waren es zum Beispiel noch 130) und die bürokratische Visum-Altlast zu eliminieren.„Müssen Mitarbeitern Wechsel leicht machen“Wirtesprecher Thomas Mayr-Stockinger aus Ansfelden begrüßt die Forderungen der WK: „Vom österreichischen Arbeitsmarkt meldet sich kaum jemand für Stellen im Gastgewerbe, das tut sich einfach niemand mehr an. Wir brauchen Mitarbeiter aus den Drittstaaten und müssen ihnen den Wechsel leicht machen.“ Selbst stellt er allerdings keine Ausländer ein: „Zu viel Bürokratie.“ Er kompensiere den Mangel an Mitarbeitern mit kürzeren Öffnungszeiten oder Selbstbedienung.

Personalknappheit am Almsee
Übrigens betrifft die Saisonnier-Regelung auch Kroatien, obwohl es zur EU gehört, weil es einen Sonderstatus hat – ein weiteres Hindernis für Wirte. Von Personalknappheit kann auch Wolfgang Geishüttner vom Almsee ein Lied singen.

"Krone": Sie können die Beschwerden der Wirtschaftskammer nur unterschreiben.

Wolfgang Geishütter: Auf jeden Fall. Ich brauche für die Sommersaison ab März zehn bis zwölf Leute und suche noch immer.

"Krone": Stimmt es, dass keine Österreicher wollen?

Geishütter: Absolut. Ich bin in meinem Gasthof fast der einzige Inländer und beschäftige vor allem Ungarn, Polen und Slowaken. Bei uns kommt noch dazu, dass wir weitab vom Schuss sind, das ist auch nicht sehr attraktiv als Arbeitsplatz. Zumindest haben wir Personalzimmer.

"Krone": Schwierige Zeiten.

Geishütter: Es ist ein echtes Problem, und wenn die Rahmenbedingungen noch schwieriger werden, dann können wir zusperren.

Jasmin Gaderer, Kronen Zeitung

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