05.02.2018 19:41 |

Deutscher Polit-Poker

Umfrage: Keine Mehrheit mehr für große Koalition

Während in Berlin die Verhandlungen über die Bildung einer großen Koalition in den letzten Zügen liegen, gibt es schlechte Nachrichten für die beteiligten Parteien: Nach einer aktuellen Meinungsumfrage des Insa-Instituts bekämen Union und SPD bei Neuwahlen derzeit keine Mehrheit mehr für eine Koalition. Der in der "Bild"-Zeitung vom Dienstag veröffentlichten Erhebung zufolge verliert die CDU/CSU gegenüber der letzten derartigen Befragung drei Punkte und kommt nur noch auf 30,5 Prozent. Die SPD verschlechtert sich um einen halben Punkt und erreicht 17 Prozent.

Nur noch knapp hinter den Sozialdemokraten findet sich die rechtspopulistische AfD, die um einen Punkt zulegt und 15 Prozent erreicht. Die Grünen gewinnen eineinhalb Punkte und kommen auf 12,5 Prozent, die Linke bleibt bei elf Prozent. Die FDP steigert sich um einen Punkt und erreicht zehn Prozent.

"Jamaika" überflügelt "GroKo"
Union und SPD erreichen damit zusammen nur noch 47,5 Prozent. Ein "Jamaika"-Bündnis aus CDU/CSU, FDP und Grünen kommt gemeinsam auf 53 Prozent.

Insa-Chef Hermann Binkert sagte der Zeitung: "Die 'GroKo' hat keine Mehrheit. Sie schwächt alle daran beteiligten Parteien. Grüne, AfD und FDP profitieren." Bei der Bundestagswahl im vergangenen September hatte die Union noch 32,9, die SPD 20,5 Prozent erreicht. Für den Insa-Meinungstrend wurden von Freitag bis Montag insgesamt 2034 Bürger befragt. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei plus/minus 2,5 Prozentpunkten.

Zähes Feilschen um letzte offene Punkte: Finale am Dienstag
Ungeachtet der schwindenden Beliebtheit soll die große Koalition nach einem Verhandlungsmarathon am Wochenende nun unter Dach und Fach gebracht werden. In einem harten Schluss-Poker wollen CDU, CSU und SPD letzte Hürden aus dem Weg räumen. Allerdings musste man erneut vertagen: Nachdem bereits die erste selbst gestellte Deadline am Sonntag nicht eingehalten wurde, hielt auch "Plan B", ein Abschluss am Montag, nicht: Die Verhandlungen werden sich bis Dienstag hinziehen, verlautete am Montagabend aus CDU-Kreisen.

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