So, 22. Juli 2018

Wien-Aufenthalt zeigt:

02.02.2018 07:00

Öffis in Salzburg sind völlig out

Um 9 (neun) Euro bringt die private „Westbahn“ in einer zeitlich beschränkten Spezial-Aktion alle 30 Minuten Fahrgäste von Salzburg nach Wien. Grund genug für einen Drei-Tage-Test in Wien, der ein beeindruckendes Ergebnis zeigt: Es ist wie eine Reise in eine ganz andere Öffi-Welt. Salzburg ist noch Steinzeit . . .

Die Tief-Preis-Aktion ist ein Hammer: Wer irgendeine Ermäßigungskarte von irgendeiner Bahn-Gesellschaft vorweist, erhält zu gewissen Zeiten beim Steward in den Zügen der „Westbahn“ das Ticket von Salzburg nach Wien (oder umgekehrt) um neun Euro.

Nach der Hochgeschwindigkeitsstrecke von St. Pölten nach Wien-Meidling (Fahrtdauer 21 Minuten) bietet der freundliche Trafikant die Klima-Karte an: 40 Euro und 80 Cent für acht Tage, das bedeutet umgerechnet: Um fünf Euro fährt man mit U-Bahn, S-Bahn, Straßenbahn, Bus und Citybus einen Tag durch Wien.

Wenn die letzte Straßenbahn nach Mitternacht in die Remise geführt wird, so übernimmt der Nacht-Bus die Öffi-Aufgabe: Auf den wichtigsten Routen in alle Himmelsrichtungen.

Um die Verkehrsachse Ring/Kai fahren allein sechs Nightlines, am Wochenende hat die U-Bahn durchgehend Betrieb.

Die ersten Straßenbahnen und Busse beginnen ihren Dienst um  fünf Uhr früh.

Selbstverständlich sind in allen Straßenbahnen (so wie in der Landeshauptstadt Graz) Ticket-Automaten montiert. Der Tarif ist natürlich höher als beim Vorverkauf – und  Wirkung hat diese Maßnahme schon erzielt: 648.227 Fahrgäste haben derzeit eine 365-Euro-Jahreskarte für die Wiener Linien.

Autoverkehr in City ging massiv zurück

Der Effekt: Innerhalb des Gürtels im innerstädtischen Bereich ist der Individualverkehr deutlich zurückgegangen. Zu Staus kommt es nur noch in der „rush hour“ am Nachmittag, vor allem auf der so genannten Zweierlinie.

Doch da verkünden Plakate schon den bevorstehenden Baustart der neuen U-Bahnlinie U 5.

Ticket beim Lenker: „Gibt‘s doch nirgends!“

Wir fragen einen verdutzten Tramway-Lenker, ob man bei ihm auch einen Fahrschein bekommt? Das gäbe es doch nirgends, ist die forsche Antwort. Dann zieht der Fahrer den blickdichten Vorhang seiner Kabine zu.

Die Intervalle der U-Bahn sind auf Grund des massiven Ansturms verkürzt worden: Bei der U 6 auf zweieinhalb Minuten. Dadurch konnte die Kapazität um zwanzig Prozent gesteigert werden.

Man würde, so ein Vertreter der Wiener Linien, auf der U 6 (entlang des Gürtels von Siebenhirten bis Floridsdorf) am liebsten im Ein- Minuten-Takt fahren, doch wäre dadurch das Wenden der Züge an den Endstellen erschwert. In den Spitzenzeiten sind die Garnituren hoffnungslos überfüllt.

Kette von Parkgaragen rings um die Stadt

Wer mit dem Auto fährt, der parkt entweder in den großen Anlagen am Stadtrand oder in den Tief-Garagen, die alle paar hundert Meter entlang von Ring und Kai errichtet wurden.

Pünktlich zurück in der rauen Wirklichkeit in Salzburg  müssen wir uns beeilen: Die O-Bus-Linie 5 fährt nach 19 Uhr nur alle 20 und später nur alle 30 Minuten.

Dafür warten rund 25 Taxis auf die Fahrgäste . . .

 

 

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