Sa, 18. August 2018

Hightech-Stück

01.02.2018 18:29

Diese Sporthose schützt Frauen vor Vergewaltigung

Eine deutsche Unternehmerin hat eine Sporthose entwickelt, die Frauen vor sexuellen Übergriffen schützen soll. Die Idee dafür kam der leidenschaftlichen Joggerin Sandra Seilz 2015, als sie am helllichten Tag an ihrer Laufstrecke von drei alkoholisierten Männern angepöbelt wurde und diese versuchten, ihr die Laufhose herunterzuziehen. "Danach hatte ich den Wunsch, ein Kleidungsstück zu entwickeln, mit dem sich Frauen sicher fühlen können", sagt die 42-Jährige.

Aus der ursprünglichen Idee eines Schutzgürtels, der verhindern soll, dass eine Jogginghose hinuntergezogen werden kann, entwickelte Seilz schließlich eine Hightech-Hose namens "Safe Shorts", die es derzeit als Laufhose oder als Hotpants gibt. Das "Safe Shorts"-Konzept - besonderer Stoff, Sicherung und Alarm - sei aber auf jede Art von Hose übertragbar, so die Erfinderin. Es werde bereits an weiteren Modellen, beispielsweise an Jeans, gearbeitet.

Spezieller Stoff, Schnüre und ein Alarm
Doch was macht die "Safe Shorts" ihrer in Oberhausen im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen beheimateten Firma Tecos GmbH so sicher? Zum einen bestehen die Hosen, bei denen im Schritt ein zusätzlicher Protektor eingenäht ist, aus reiß- und schnittfestem Material, zum anderen verhindern spezielle Schnüre, die sich entlang der Taille im Schnitt kreuzen, dass die Hose heruntergerissen werden kann. Zusätzliche Sicherheit bietet ein kleines Zahlenschloss, das dafür sorgt, dass die festgezurrten Schnüre von potenziellen Angreifern nicht geöffnet werden können.

In die "Safe Shorts" ist zudem ein elektronischer, 130 Dezibel lauter Alarm eingebaut, der losgeht, wenn jemand an der Hose zerrt. Im Bedarfsfall kann die Alarmeinrichtung von der Trägerin der Hose aber auch selbst aktiviert werden, so Seilz.

Steigende Nachfrage
"Anfangs wurde nur eine Kleinserie mit 150 Hosen produziert", so die Unternehmerin. Weil diese aber recht schnell vergriffen waren, werden jetzt größere Stückzahlen produziert. Nachdem in den ersten Wochen dieses Jahres Anfragen für rund 250 Hosen eintrudelten, hat die 42-Jährige die Produktion nach Indien verlagert und gleich 5000 Hosen in Auftrag gegeben - nicht zuletzt, um ihre "Safe Shorts", die derzeit zwischen 89 und149 Euro kosten, günstiger anbieten zu können. Denn auch für Frauen in Ländern wie Indien, Südamerika oder ärmeren osteuropäischen Ländern sollen die "Safe Shorts" künftig leistbar sein, erklärte Seilz im Gespräch mit krone.at.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder

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