Mo, 20. August 2018

Warnung von Interpol

31.01.2018 18:16

IS-Kämpfer kamen als Flüchtlinge nach Italien

Interpol hat Alarm geschlagen und eine Liste von 50 mutmaßlichen IS-Kämpfern veröffentlicht, die in den vergangenen Monaten in Italien an Bord von Flüchtlingsbooten angekommen sind und die jetzt versuchen könnten, andere EU-Länder zu erreichen. Dabei handelt es sich um tunesische Staatsbürger, berichtete am Mittwoch die britische Tageszeitung "The Guardian".

Die Liste der Verdächtigten wurde dem italienischen Innenministerium bereits am 29. November übermittelt. Dieses habe die Liste den europäischen Anti-Terrorismus-Behörden weitergeleitet. Tausende Tunesier sollen sich laut UNO-Angaben den IS-Kämpfern angeschlossen haben. Nach den Niederlagen der IS-Terrormiliz in Syrien und im Irak sollen viele von ihnen versucht haben, Europa zu erreichen.

Vier Verdächtige sind den Behörden bekannt
Vier der verdächtigten Tunesier auf der Interpol-Liste seien bereits den europäischen Anti-Terrorismus-Behörden bekannt, berichtete das Blatt. Einer von ihnen soll die italienisch-französische Grenze überquert und Gard im südlichen Frankreich erreicht haben. Laut "Guardian" sollen die meisten Tunesier im Zeitraum zwischen Juli und Oktober 2017 an Bord von Fischerbooten Sizilien erreicht haben. Italiens Innenminister Marco Minniti hatte zuletzt wiederholt vor der Gefahr gewarnt, dass IS-Kämpfer versuchen könnten, an Bord von Flüchtlingsbooten nach Europa zu gelangen.

Nur 400 von 3000 tunesischen Flüchtlingen identifiziert
3000 Tunesier haben seit Juli die Küste nahe der sizilianischen Stadt Agrigent erreicht. Bisher konnten die italienischen Behörden lediglich 400 Migranten identifizieren. Das Blatt zitierte den Staatsanwalt von Agrigent, Luigi Patronaccio, dem zufolge es nicht auszuschließen sei, dass sich unter den tunesischen Migranten, die in den vergangenen Monaten auf Sizilien eingetroffen seien, IS-Kämpfer befanden.

Im gesamten Jahr 2017 wurden dem italienischen Innenministerium zufolge 5500 Tunesier nach ihrer Landung in Italien identifiziert. 2193 wurden mit Flügen aus Palermo in die Heimat zurückgeschickt.

 krone.at
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