Mit 90 km/h

Rennstrecke durch Floridsdorfer Wohngebiet

Zahlreiche Unfälle mit Personenschäden, zwei mit Todesfolge. Das passierte nicht auf der Autobahn, sondern in einem dicht bebauten Wohngebiet in Floridsdorf. „In den letzten Jahren ist die Ruthnergasse zur Rennstrecke mutiert. Angesichts des fast geraden Verlaufs ohne Hindernis steigen viele Autofahrer auf das Gas“, berichtet Mieterbeirätin Gabriele Schellig, die mittels einer Unterschriftenaktion gegen diesen gefährlichen Missstand kämpft. Lösungsvorschläge gäbe es genug, die Umsetzung ist das Problem.

Das Problem in der Ruthnergasse ist nicht neu. Bereits 2015 wurde mit der Bezirksvorstehung eine Messung durchgeführt. Mobile Geräte zeichneten Geschwindigkeiten von bis zu 90 km/h auf. Gefährliche Situationen sind an der Tagesordnung, vor allem im Bereich der Just- und Scottgasse. „Obwohl es dort einen Zebrastreifen gibt, bleibt fast niemand stehen oder bremst im letzten Moment mit quietschenden Reifen ab. Viele Mütter erzählen mir, dass sie ihre Kinder allein dort gar nicht die Straße queren lassen“, erzählt die Obfrau des Grätzelvereins Ruthnergasse.

#Angst vor Repressionen

Obwohl der Bezirksvorstehung das Problem seit längerer Zeit bekannt ist, hat sich nicht viel getan. Nach der ersten Aufregung ist auch die Unterstützung der Anrainer wieder etwas abgeflaut. „Die Leute jammern, wollen aber nicht unterschreiben, weil sie Angst davor haben, Schwierigkeiten mit Behörden und sonstigen Institutionen zu bekommen“, sagt Schellig. Das kann natürlich nicht passieren.

#Einfache Lösungen

Ende November hat Gabriele Schellig die Aktion gestartet, etwa 150 Unterschriften kamen bis Anfang Februar zusammen. Viel zu wenig, wie sie sagt. „Wir wollen die Diskussion wieder anregen und konkrete Lösungsvorschläge erarbeiten“, betont die Obfrau. Einen Zebrastreifen gäbe es bereits, jedoch ohne Nutzen. Gegen eine Schwelle sprachen sich die Wiener Linien aufgrund der Buslinie 30a aus. Eine Ampel wird vom Bezirk abgelehnt. „Mein Wunsch wäre ein Radargerät an zwei Stellen. Das spült auch Geld in die Kassen und die Autofahrer würden sich zwei Mal überlegen, wie schnell sie hier fahren“, beschreibt Schellig.

#Geschwindigkeitsmessung

Auf City4U-Anfrage bei der Bezirksvorstehung, was man zu tun gedenkt, antwortet die stellvertretende Bezirksvorsteherin Ilse Fitzbauer: „Eine Aufdoppelung der genannten Fußgängerübergänge wurde bis dato nicht nur von den Wiener Linien abgelehnt, sondern auch von den Bewohnern der Wohnhausanlage Ruthnergasse/Siemensstraße, da es erfahrungsgemäß zu einer höheren Lärmbelastung der direkten Anrainer kommen würde. Eine Ampelanlage würde Unfälle auch nicht verhindern. Mein Vorschlag wäre daher, eine neuerliche Geschwindigkeitsmessung vornehmen zu lassen. Die letzte Messung liegt doch schon 3 Jahre zurück und das Verkehrsaufkommen in der Ruthnergasse ist sicher gestiegen. Es gibt vor allem Beschwerden über Staus in den Spitzenzeiten." Die Initiatorin der Unterschriftenaktion ist mit dieser Antwort nicht ganz zufrieden: "Wenn wieder gemessen wird, soll es mir recht sein, es wird wahrscheinlich aber wenig bringen. Ich bleibe jedenfalls an dem Thema dran, der zunehmende Verkehr wird das Grätzel auch in Zukunft beschäftigen." Bleibt abzuwarten, wann die Messung stattfinden und was die Konsequenz daraus sein wird, denn wie Schellig sagt: „Es ist ja absurd. In der Früh ersticken wir im Verkehr und danach ist die Straße immer frei für Raser.“

Februar 2018

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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