Do, 19. Juli 2018

Paar in Linz getötet

29.01.2018 13:10

Doppelmord: Täter zurechnungsfähig, aber krank

Das mit Spannung erwartete psychiatrische Gutachten zum Fall einer grausigen Bluttat an einem Pensionistenehepaar im Juni 2017 in Linz ist jetzt bei der Staatsanwaltschaft eingelangt. Der verhaftete 54-Jährige, Mohamed H., sei zum Zeitpunkt der Tat zurechnungsfähig gewesen. Der Verdächtige leide aber an einer Persönlichkeitsstörung, so Staatsanwaltschaftssprecher Philip Christl am Montag. Wie berichtet, hatte vor der Tat auch der Verfassungsschutz den Tunesier unter die Lupe genommen, aber kein Gefährdungspotenzial festgestellt.

Auf Basis des Gutachtens könne laut Christl der Verdächtige für seine Tat bestraft werden, allerdings sei auch eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher möglich. Denn, so meinte die Sachverständige Adelheid Kastner, es bestehe wegen der psychische Erkrankung die Gefahr von Wiederholungstaten. "Ob und weswegen angeklagt wird, entscheidet sich erst in einigen Wochen", so Christl. Noch müsse der Akt weiter von der Staatsanwaltschaft durchgearbeitet werden.

Täter wollte Exempel statuieren
Der Verdächtige soll am 30. Juni ein betagtes Ehepaar getötet und anschließend in der Wohnung seiner Opfer Feuer gelegt haben. Kurz nach der Tat stellte sich der Tunesier, der seit Langem in Österreich lebt, der Polizei. Als Motiv gab er an, er habe ein Exempel an der Gesellschaft, durch die er sich als Ausländer und Muslim diskriminiert fühlte, statuieren wollen. Vom damaligen Innenminister Wolfgang Sobotka wurde der Fall als erster islamistisch motivierter Mord in Österreich eingestuft.

Naheverhältnis zum IS
Die Auswertung diverser sozialer Medien zeigte, dass sich der Mann zuletzt immer häufiger zu islamistischen Inhalten positiv geäußert hatte. Er soll laut Ermittlern IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi die Treue geschworen haben. Bisher existiert keine Meldung, dass der IS die Tat für sich reklamiert hätte.

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