So, 24. Juni 2018

Ihnen droht Haftstrafe

18.01.2018 06:39

„PUBG“: 120 Cheat-Entwickler bei Razzia verhaftet

Der chinesische Internetkonzern Tencent und die Entwickler des populären Multiplayer-Shooters „Playerunknown’s Battlegrounds“ („PUBG“) haben einen Etappensieg gegen die um sich greifenden Schummeleien mithilfe verbotener Cheat-Programme erreicht. Die chinesische Polizei hat 120 Personen festgenommen, die Cheats für das Spiel entwickelt haben sollen. Ihnen drohen Haftstrafen.

Das berichtet das Wirtschaftsnachrichtenportal „Bloomberg“. Tencent hatte sich zuvor die Rechte gesichert, „PUBG“ als Mobilversion für Smartphones auf den chinesischen Markt zu bringen. Im Moment wird der Titel primär am PC gespielt, wobei etwa die Hälfte der 27 Millionen Spieler am PC aus China stammt. Mit der Smartphone-Version hofft Tencent, die Popularität des Spiels noch weiter zu steigern und es auch Spielern näher zu bringen, die lieber am Smartphone statt am PC spielen.

Cheater vertreiben neue Spieler
Das harte Vorgehen gegen Cheater und vor allem die Entwickler von „Aimbots“, „Wallhacks“ und anderen unerlaubten Hilfsmitteln hat einen ökonomischen Grund: Damit sich der Multiplayer-Titel gut entwickeln kann, ist es von größter Wichtigkeit, dass es auf den Servern fair zugeht und Cheater nicht den Spielspaß der ehrlichen Gamer stören. „Cheater verjagen neue Nutzer. Und ohne neue Nutzer zu gewinnen, kann ‚PUBG‘ seinen frühen Erfolg nicht festigen und zum Langzeit-Hit werden“, sagt der südkoreanische Gaming-Analyst Kim Hak-joon.

„PUBG“ ziehe durch seine Popularität mehr Cheater an als andere Spiele, ist sich auch der Analyst Daniel Ahmad sicher. Vor allem der chinesische Markt sei für Schummeleien empfänglich, weil dort in hohem Maße wettbewerbsorientiert gespielt werde. „Es gibt einen Grund, wieso eSport und Pay-to-Win in China so groß sind“, sagt er.

Cheat-Entwicklern drohen Haftstrafen
Doch Cheats sind nicht nur Spielspaß-Bremsen für ehrliche Spieler, sondern auch ein gutes Geschäft für ihre Entwickler. In einschlägigen chinesischen „PUBG“-Foren blüht der Handel mit Schummel-Software. Für umgerechnet rund zwölf Euro bekommt man dort automatische Zielhilfen, kann seiner Spielfigur einen „Röntgenblick“ verleihen oder auf anderen Wegen unfaire Vorteile im Spiel erlangen. Manch ein Cheat-Entwickler warnt sogar, es mit der Schummelei nicht zu übertreiben und nicht mehr als 15 der 100 Spieler in einem „PUBG“-Match zu erledigen, damit die Schummelei nicht auffällt.

Die Razzia, bei der nun 120 mutmaßliche Cheat-Entwickler verhaftet wurden, zeigt, dass die Schummelei trotzdem aufgefallen ist. Den Hintermännern drohen harte Strafen: Cheat-Software zu entwickeln gilt in China als unerlaubte Störung eines Computernetzwerks, was jahrelange Haftstrafen nach sich ziehen kann. Dem Bericht zufolge hat es bereits Cheat-Entwickler gegeben, die zu einem Bußgeld von umgerechnet fast 400.000 Euro und neun Jahren Gefängnis verurteilt wurden.

So funktioniert „Playerunknown’s Battlegrounds“
Das Spielprinzip von „PUBG“ – das Game hält sich seit Monaten an der Spitze der Charts im Spiele-Marktplatz Steam - begeistert derzeit rund 27 Millionen Spieler. In dem Multiplayer-Shooter springen Dutzende Spieler aus dem Flugzeug auf eine weitläufige Karte und kämpfen dort – jeder gegen jeden – ums Überleben. Das Ziel der Partien erinnert an den Actionstreifen „Hunger Games“: Wer am Ende noch steht, gewinnt.

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