17.03.2004 15:22 |

Beim Teutates!

Asterix hat gelogen!

Generationen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen haben viel aus den Asterix-Comics gelernt: Bier heißt Cervisia, die alten Römer haben mit Sesterzen bezahlt, und Paris war Lutetia. Haben wir zumindest immer geglaubt...
Archäologen haben diese Illusion jetztzerstört, und erschüttern damit die Wurzeln der französischenHauptstädter: Lutetia lag nicht da, wo jetzt Paris ist, sondernSeine-abwärts in der Pariser Trabantenstadt Nanterre.
 
Bagger gruben sich an einer Großbaustellegnadenlos ins Erdreich und erschütterten damit die Grundfestender Pariser Geschichte, Selbstvertrauen eingeschlossen. Ans Tageslichtkamen Ruinen aus der vorchristlichen Zeit, die einer wahrhaftenStadt würdig sind. Paris selbst war zu Asterix' Zeiten dagegenlediglich ein kleines römisches Dorf.
 
Und wer ist Schuld? Cäsar!
Caius Julius Cäsar hat in seinem Werk "Der gallischeKrieg" ("Bellum gallicum", hast du den auch übersetzen müssen?)beschrieben, wie die römischen Truppen im Jahre 52 vor Christusdie gallische Stadt Lutetia eingenommen haben. Cäsar hatzwar selbst nie einen Fuß auf gallischen Boden gesetzt.Trotzdem beschreibt er im "Gallischen Krieg", dass die Stadt aufeiner Insel in der Seine inmitten von Sümpfen gelegen sei.Über Jahrhunderte ist man davon ausgegangen, dass er dieSeine-Insel Ile de la Cite im Herzen des heutigen Paris gemeinthat. Nur gibt es dort keine befestigte Gallier-Siedlung. Stattdessenfand man römische Ruinen...
 
Die vermutlich echte Gallier-Stadt entdeckte manjetzt in Nanterre: Straßen voller Wagenradspuren, Restevon Brunnen, Fundamente für teils prächtige Häuserund möglicherweise sogar eine Münzprägestätte.Die Siedlung entstand spätestens Mitte des dritten Jahrhundertsvor Christus.
 
Bürgermeister Bertrand Delanoe reagierte betretenund ärgerlich auf die Enthüllungen. Und "Asterix"-ZeichnerAlbert Uderzo räumt ein, nun müsse er sein Lutetia wohlneu zeichnen...
Sonntag, 13. Juni 2021
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