Fr, 20. Juli 2018

Forscher überrascht

10.01.2018 20:00

„Baby-Galaxien“ wirbeln ähnlich wie Milchstraße

Die ersten Galaxien des Universums haben sich kurz nach dessen Geburt vor etwa 13 Milliarden Jahren gebildet. Diese "Baby-Galaxien" sind schwierig zu beobachten und geben deshalb noch viele Rätsel auf. Ein internationales Astronomen-Team unter der Leitung der britischen Universität Cambridge hat nun zum ersten Mal die Bewegungen dieser Galaxien gemessen.

Die jungen Baby-Galaxien wirbelten um ihr eigenes Zentrum, ähnlich wie die Milchstraße. Aus den Beobachtungen schließen die Wissenschaftler, dass das Gas, das in neu entstandenen Galaxien enthalten ist, bereits um deren Zentren drehte, ähnlich wie bei "erwachsenen" Galaxien, die aus den Baby-Galaxien hervorgingen.

Um zwei kleine Galaxien zu beobachten, nutzten die Forscher die 64 Antennen des Radioteleskops ALMA in den chilenischen Anden. Die Galaxien entstanden nur rund 800 Millionen Jahre nach dem Urknall, also vor etwa 13 Milliarden Jahren. Die Wissenschaftler konnten deren exakte Entfernung von der Erde bestimmen und die Bewegungsmuster des Gases im Innern der Baby-Galaxien beobachten, die ihr Wachstum alimentieren.

Obwohl die Galaxien so früh in der Geschichte des Universums entstanden, waren sie bereits relativ wohlgeordnet. "Das war eine Überraschung, wir hatten erwartet, dass die ersten Galaxien wegen häufiger Fusionen zwischen ihnen und der vielen Explosionen von Supernovae sehr turbulent sein würden", erklärt Pascal Oesch vom Departement für Astronomie der Universität Genf und Co-Autor der Studie in einer Mitteilung vom Mittwoch.

Die "Baby-Galaxien", die etwa fünf Mal kleiner sind als die Milchstraße, konnten auf diese Weise schnell wachsen. Diese Entdeckungen sind wesentlich, um die Entstehung und Entwicklung der Galaxien während der ersten Milliarde von Jahren nach dem Urknall zu verstehen, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift „Nature“.

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