"Gott schütze Wien"

Bürgermeister Häupl warnt vor FPÖ-Chef Strache

Österreich
10.09.2009 19:04
"Wenn ich mir anschaue, welche Vorschläge der Herr Strache für Wien macht, kann ich nur sagen: Gott schütze Wien." Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl warnt ein Jahr vor dem regulären Wahltermin einmal mehr vor der FPÖ und hofft dabei auf himmlischen Beistand. Zugleich bestreitet er jegliche Absicht, bereits Wahlkampf zu führen. Ob er nach einem etwaigen Wahlsieg die gesamte Legislaturperiode zur Verfügung stehen würde, will er freilich noch nicht bestätigen.

Wann genau die nächste Wien-Wahl stattfindet, sei jedenfalls noch nicht entschieden: "Ob es eine Vorziehung gibt oder nicht, ist eine Geschichte, die völlig von den Umständen abhängt. Ich führe zurzeit weder einen Wahlkampf, noch führe ich diese Wahltagsdebatte - wir haben wirklich anderes zu tun." Die Umstände hängen demnach zentral mit der Wirtschaftskrise zusammen: "Daher ist abzuschätzen, wann absehbar ist, dass Licht am Ende des Tunnels ist. So lange werden wir arbeiten - wahlkämpfen tun andere, die nichts zu verantworten haben und die auch nichts leisten."

Keine Gemeinsamkeiten bei Häupl und Strache
Das sich abzeichnende Duell mit FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache sieht Häupl thematisch begründet: "Er ist die Personifizierung des Antagonismus von Wien. Wir haben völlig unterschiedliche Vorstellungen davon, wie Wien in Zukunft ausschauen soll. Daher entscheidet man nicht nur zwischen zwei Personen, sondern zwischen zwei vollkommen unterschiedlichen, diametral entgegengesetzten Politikkonzepten."

Keine Zusammenarbeit mit FPÖ möglich
So sei auch eine Zusammenarbeit schon alleine aufgrund der inhaltlichen Positionen nicht möglich. Aber natürlich werde man nach der Wahl überhaupt keinen Koalitionspartner benötigen: "Denn ich bin davon überzeugt, dass auch die Wiener ähnlich stabile Verhältnisse haben wollen wie die Niederösterreicher, allerdings mit anderen politischen Vorzeichen." Ob er in diesem Falle nach einer Wiederwahl die gesamte Legislaturperiode zur Verfügung stehen wird, lässt Häupl offen: "Schauen wir mal." Zunächst habe die Krisenbewältigung und der anschließende Wahlkampf Vorrang.

Bundespräsident Häupl ausgeschlossen
Ans Aufhören denke er jedenfalls nicht, zumal der Wiener Bürgermeisterposten der beste politische Job der ganzen Welt sei: "Wenn ich mit dem in zehn Jahren oder wann auch immer aufhöre, dann mache ich mit Sicherheit ganz etwas anderes." Das höchste Amt im Staate erringen will Häupl dann jedenfalls nicht: "Ich glaube, mein individuelles Persönlichkeitsprofil ist nicht kompatibel mit dem Anforderungsprofil an einen Bundespräsidenten."

Freiheitliche amüsiert über Häupl-Sager
Die FPÖ hat amüsiert auf die Aussagen Häupls reagiert. Es sei darauf hingewiesen, dass sich gerade jener Bürgermeister, der keine Kreuze mehr in unseren Klassenzimmern sehen wolle und die FPÖ wegen ihres Einsatzes für die christlich-abendländischen Traditionen verhöhnt habe, nun auf Gott berufe, erklärte Landesparteisekretär Hans-Jörg Jenewein. Aber Häupl habe offensichtlich panische Angst, wenn er an die bevorstehende Wahlniederlage im Jahr 2010 denke. Dies sei vermutlich der Grund, weshalb er höhere Mächte um Beistand anflehe.

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