Mi, 20. Juni 2018

Alter korrigiert

09.01.2018 06:00

Wirbel nach Flüchtlings-Doku im Kinderkanal

Für Wirbel sorgt derzeit eine TV-Sendung über eine Liebesbeziehung zwischen der Deutschen Malvina und dem Syrer Mohammed D., genannt "Diaa", die im November vom Kindersender KiKA ausgestrahlt worden war. Der Grund: Der Sender korrigierte nach der öffentlichen Kritik - Zuseher konnten nicht glauben, dass "Diaa" erst 17 ist - die Altersangabe des jungen Mannes. Nachdem es anfangs geheißen hatte, dass das Liebespaar etwa gleichaltrig sei (Malvina ist 16), berichtigte der Sender "Diaas" Alter nachträglich kurzerhand auf 19.

Nicht nur durch die korrigierte Altersangabe, auch bezüglich der Botschaft, die die Sendung Kindern vermittelt, zeigen sich viele Zuseher erzürnt - unter anderem der AfD-Bundestagsabgeordnete Dirk Spaniel, der dem öffentlich-rechtlichen Kinderkanal "unerträgliche und gefährliche Propaganda", "falsch verstandene Toleranz" und "unverantwortliche Manipulation" vorwirft.

"Plötzlich volljährig": Empörung über "Blitzalterung"
In den sozialen Medien fanden viele User den Bericht so kurz nach den Ereignissen in Kandel, bei denen die Liebesbeziehung einer 15-jährigen deutschen Schülerin mit einem vermeintlich gleichaltrigen Flüchtling aus Afghanistan für das Mädchen tödlich endete, bedenklich.

"Sie gehört mir und ich gehöre ihr - so ist die Regel bei mir"
Thema der Kindersendung sind die Liebesgeschichte zwischen Malvina und "Diaa", einem Flüchtling aus dem syrischen Aleppo, und die kulturellen Schwierigkeiten, die diese Beziehung mit sich bringt. So will "Diaa" zum Beispiel nicht, dass die 16-jährige Malvina kurze Röcke trägt oder ihren besten Schulfreund Pascal umarmt. "Sie gehört mir und ich gehöre ihr - so ist die Regel bei mir", sagt er dazu.

Malvinas Mutter besorgt: "Das geht überhaupt nicht"
Malvina spricht diese Schwierigkeiten in der Sendung offen an: "Ich habe das Problem mit ihm, dass ich oft in eine Richtung gelenkt werde, in die ich gar nicht kommen möchte. Ich darf keine kurzen Sachen anziehen, immer nur lange Sachen. Das heißt: Kleider dürfen nur bis zum Knie gehen, nicht kürzer - und das war's." Aber: "Ich hatte da nie die Befürchtung, dass ich in eine Burka gesteckt werde." Malvinas Mutter sieht das allerdings anders: "Ich schon, und ich habe die Befürchtung noch immer. Und das geht überhaupt nicht."

16-Jährige: "Er ist mir wichtiger, als Hotpants zu tragen"
"Diaa" meint dazu: "Ich kann so was nicht akzeptieren, dass meine Frau so aussieht. Das ist total schwierig – für mich oder für arabische Männer allgemein." Letztlich spricht Malvina aber von einem "Kompromiss": "Er ist mir wichtiger, als Hotpants zu tragen." Aber als er fragte, ob sie ein Kopftuch tragen würde, lehnte sie ab: "Das passt nicht zu mir."

"Ich habe aufgehört, Schweinefleisch zu essen"
Weil "Diaa" Muslim ist, hat Malvina aufgehört, Schweinefleisch zu essen. Ihre Begründung: "Er sagte, dass das Fleisch nicht so gut wäre. Und dann habe ich auch aufgehört, das zu essen. Das habe ich ihm zuliebe gemacht - und das stört mich nicht so unbedingt." "Diaa" dazu: "Die Religion gibt uns die Regeln. Und daran müssen wir uns halten." Doch Malvina nennt auch ihre Grenzen: Zum Islam konvertieren will sie nicht, ein Kopftuch tragen auch nicht. "Ich bin eine Christin - und eine Emanze", sagt sie. 

 krone.at
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