So, 09. Dezember 2018

Unerlaubtes Befahren

09.01.2018 08:02

Polizei zeigt Tierretterinnen im Einsatz an

Nach dem Wiener Tierschutzverein (WTV) krisitiert nun auch der Niederösterreichische Tierschutzverband öffentlich die Polizei. Zwei Mitarbeiterinnen des Kremser Tierheimes wurden bei einem Rettungseinsatz für einen verletzten Schwan wegen unerlaubten Befahrens eines Weges abgestraft. "Rein juristisch ist dem diensthabenden Beamten kein Vorwurf zu machen. Doch was die Menschlichkeit betrifft, stellt das Verhalten diesem Beamten ein denkbar schlechtes Zeugnis aus", ärgert sich Vereinspräsidentin Andrea Specht.

Kurz vor Weihnachten meldete eine besorgte Spaziergängerin dem Tierheim Krems einen Jungschwan, dem  Teile einer Angelschnur aus dem Schnabel hingen. Zwei Mitarbeiterinnen fuhren umgehend mit dem Tierrettungsfahrzeug aus, um das Tier zu orten und ihm zu helfen. "Dabei fuhren sie auch die Strecke vom Badeplatz am Mauterner Strand bis zum Hafen der Feuerwehr, danach zurück auf ans andere Donauufer direkt unter der Brücke, wo der Schwan gesichtet werden konnte", erinnert sich Andrea Sprecht, Präsidentin des Niederösterreichischen Tierschutzverbandes, die ebenfalls anwesend war.

Polizei stoppte die Tierretterinnen
Just dort stoppte ein Pkw der Polizei die Tierretter. "Ein Beamter notierte unsere Daten, um eine Anzeige wegen unerlaubten Befahrens der Treppelweges einzuleiten. Ich versuchte noch, zu vermitteln, aber es war zwecklos", ärgert sich Andrea Specht. "Auf meine Frage hin, ob die beiden Frauen mehrere Kilometer zu Fuß zurücklegen hätten sollen, wenn ein Tier rasch Hilfe benötigt, antwortete der Beamte mit den Worten 'Wieso nicht?'." Auch für Hilfestellung habe sich die Exekutive nicht zuständig gefühlt.

"Ein schlechtes Zeugnis für die Menschlichkeit"
Für Specht eine kaltherzige Reaktion: "Natürlich herrscht auf dem Treppelweg allgemeines Fahrverbot und ein Tierrettungsfahrzeug ist kein Einsatzfahrzeug im herkömmlichen Sinn. Rein juristisch sind die Beamten im Recht. Doch was die Menschlichkeit betrifft, stellt ihr Verhalten ihnen ein schlechtes Zeugnis aus. Selbst, wenn es sich 'nur' um einen verletzten Schwan handelt", schließt die Tierschützerin verärgert.

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