27.12.2017 07:16 |

„Totalausfall“

Felssturz in Tirol: Tal über Notweg erreichbar

Nach dem gewaltigen Felssturz in der Ortschaft Vals in Tirol können die rund 150 Dorfbewohner aufatmen: Am späten Dienstagnachmittag wurde ein Notweg freigegeben, wodurch sie wieder die Möglichkeit haben, ins Tal zu gelangen. Die provisorische Fahrbahn ist nur für Anrainer benutzbar. Feuerwehrmann Mathias Fidler - selbst betroffen von der Evakuierung zu Weihnachten - berichtet über den Heiligen Abend, den er wohl nie vergessen wird ...

An der Befestigung des Weges war eifrig gearbeitet worden. Mit zwölf Lkw-Fuhren Schotter wurde der Notweg über einen Feldweg und eine Forststraße so weit befestigt, dass auch Pkw darauf fahren können. Die Bewohner der Weiler Innervals und Padaun waren seit dem gewaltigen Felssturz vom Heiligen Abend verkehrstechnisch von der Außenwelt abgeschnitten gewesen. Die große "Unbekannte" bleibt jedoch die weitere Wetterentwicklung. Zu viel Niederschlag - ob Regen oder Schnee - würden den Notweg in Mitleidenschaft ziehen. Im hinteren Talbereich bei Innervals wird der Forstweg zudem von zwei Lawinenstrichen gekreuzt.

Noch keine Entwarnung
Für das vom Felssturz unmittelbar betroffene Gebiet gibt es daher bis auf Weiteres keine Entwarnung. Drei Wohnhäuser im Siedlungsbereich "Tummelers Sand" bleiben evakuiert. In der betroffenen Felswand hatten sich in der Nacht auf den Stephanitag Risse gebildet. Bestehende hatten sich vergrößert, weitere große Wandbereiche hatten sich abgelöst. Auch für die nächsten Tage wird mit kleineren und größeren Felsabbrüchen gerechnet. Für Mittwochvormittag war ein weiterer Erkundungsflug mit dem Tiroler Landesgeologen Gunther Heißel geplant.

Der gewaltige Felssturz hatte die Landesstraße im Valsertal am Abend des 24. Dezembers bis zu 50 Meter hoch verschüttet. Im Interview schildert Feuerwehrmann Mathias Fidler die bangen Momente:
"Krone": Herr Fidler, wie haben Sie den gewaltigen Felssturz wahrgenommen?

Mathias Fidler: Zuerst überhaupt nicht. Ich dachte zunächst, dass ein Schneepflug bei meinem Haus vorbeigerauscht ist. Erst als die Sirene und der Piepser losgegangen sind, wurde mir bewusst, dass etwas Gröberes passiert sein muss.

Sie als Feuerwehrmann waren hautnah beim Einsatz und den Evakuierungsmaßnahmen dabei. Schildern Sie bitte die ersten Momente.
Ich war erst wenige Minuten zu Hause. Auch ich war mit meiner kleinen Tochter bei der Kindermette. Danach ging alles ganz schnell. Wir sperrten sofort die Straße. Zuvor hatte schon ein Nachbar darauf geachtet, dass kein Auto in die Nähe der Absturzstelle fährt. In der Dunkelheit war das gewaltige Ausmaß erst gar nicht zu erkennen. Die Evakuierung lief dann völlig problemlos. Auch mein Haus und das meiner Eltern waren betroffen.

Wie geht es Ihnen nach diesem Ereignis?
Weihnachten ist heuer leider komplett ausgefallen. Die Geschenke liegen alle noch verpackt unterm Christbaum. Meine Freundin und Tochter übernachteten bei meinen Schwiegereltern. Ich habe in der Nacht auf Dienstag das erste Mal wieder ein bisschen geschlafen - aber nicht sonderlich gut. Nach so einem furchteinflößenden Ereignis ist schon eine gewisse Unsicherheit da.

Hubert Rauth, Kronen Zeitung

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