05.03.2004 21:04 |

Trendwende

Immer mehr Frauen mit Aids infiziert

Frauen tragen zunehmend die Last der globalen Aids-Epidemie. Bei anhaltendem Trend dürften sie auch bald die Mehrzahl der HIV-Infizierten in aller Welt stellen, warnt UN- Generalsekretär Kofi Annan in einer Botschaft zum Internationalen Tag der Frauen.
Dabei galt HIV/Aids anfangs vorrangig als Gefahrfür Männer, heißt es in der am Freitag veröffentlichtenBotschaft. Doch in den Ländern südlich der Sahara seienbereits mehr als die Hälfte aller Erwachsenen, die mit HIV/Aidsleben müssen, weiblichen Geschlechts. Weltweit machen Mädchenund junge Frauen unter 24 Jahren sogar schon zwei Drittel allerNeuinfizierten aus.
 
Aidskranke Frauen erwarte oft ein Teufelskreis,sagt Annan. Jene, die bereits in Armut leben, müssten sogarnoch mehr um ihren Lebensunterhalt bangen. Viele würden ausihrem Kreis verstoßen, hätten keine Bleibe mehr, verlörenauch noch den letzten Besitz, Erbanspruch und angemessene Krankenversorgung.Ihre Töchter seien häufig gezwungen, die Schule zu verlassen,um die Rolle der Mutter zu übernehmen. Ohne Ausbildung aberkönnten sie ihren eigenen Kindern später keinen Schulbesuchermöglichen. Durch diesen Kreislauf "zahle eine Gesellschaftimmer und immer wieder für die Folgen von Aids für Frauen",schreibt Annan.
 
Dabei seien es überwiegend die Männer,die das Virus durch Seitensprünge oder Drogenkonsum mit nachHause brächten. So hätten in vielen Entwicklungsländernjunge Frauen, die schon vor dem 20. Lebensjahr verheiratet sind,wegen der Seitensprünge ihrer Ehemänner höhereHIV-Infektionsraten als unverheiratete. Durch die schlechte Stellungder Frau, Armut, Missbrauch und Gewalt sowie mangelnde Informationlande die Hauptlast von Aids oft beim weiblichen Geschlecht.
Mittwoch, 16. Juni 2021
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