Nach Folter-Drama

Keine Entscheidung über Obsorge von Bruder

Wien
30.06.2009 14:55
Nach dem Folter-Tod der vierjährigen Sophie aus Wien in einem Spital in Rio de Janeiro, gibt es noch keine Entscheidung über die Obsorge ihres Bruders, berichtete Außenministeriums-Sprecher Peter Launsky-Tieffenthal. Der Zwölfjährige Raphael befindet sich nach wir vor bei einer Pflegefamilie in Rio. Sein Wiener Vater, Sascha Z., bemühte sich indessen in Rio um das Sorgerecht des Buben, um mit ihm nach Österreich zurückzukehren.

Montagmittag (Ortszeit) hätte ein brasilianisches Gericht darüber eine Entscheidung treffen sollen, diese erfolgte jedoch nicht. Dem Gericht liegt aber ein Schreiben der zur Zeit ebenfalls in Brasilien aufhältigen Mutter vor, dass sie die Übertragung der Obsorge an den Vater wünsche. "Das ist aber von dem Richter noch nicht beschieden", so Launsky-Tieffenthal.

Die Vierjährige und ihr Bruder, Enkelkinder eines bekannten Wiener Anwalts, lebten in Rio bei der Tante. Der Mutter war wegen einer psychischen Erkrankung das Sorgerecht entzogen worden. Bei der Tante soll das Mädchen misshandelt worden sein. Am 16. Juni kam das Kind mit Verletzungen ins Spital, wo es drei Tage später starb. Der Bruder wurde in der Zwischenzeit bei einer Pflegefamilie untergebracht.

Dem Tod der Vierjährigen mit einem österreichischen Vater und einer brasilianischen Mutter ging ein seit längerem schwelender Sorgerechtsstreit voraus. Nach der Scheidung bekamen die Eltern das Sorgerecht der Kinder zu gleichen Teilen. Als die Mutter mit den Kindern nach Brasilien reiste, beantragte der Vater die "vollkommene Obsorge" für sich.

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