13.02.2004 18:16 |

Trauriger Rekord

Die Gletscher ziehen sich zurück

Meteorologen und Gletschereperten bezeichnen den Rekordsommer 2003 zwar als "extrem, aber nicht einmalig". Als rekordverdächtig sehen sie hingegen den dramatischen Gletscherschwund. Schon seit dem Jahr 1959 hat sich das "ewige Eis", das eigentlich gar keines ist, nicht mehr so weit zurück gezogen. Der Sexegerten-Ferner in den Ötztaler Alpen verlor sogar 73,5 Meter an Länge.
Alle 107 vom Österreichischen Alpenvereinbeobachteten Gletscher sind kleiner geworden. Im Schnitt gingendie Gletscher-Enden um 22,9 Meter zurück, heißt esim Gletscherbericht 2003, den der Alpernverein in Innsbruck präsentierthat.
 
Rekordverdächtige Werte
Den größten Rückzug verzeichnetendie Experten am Sexegerten Ferner in den Ötztaler Alpen,der um 73,5 Meter kleiner wurde. Schlecht erging es den Angabenzufolge auch dem berühmtesten Gletscher Österreichs,der Pasterze an der Großglockner-Hochalpenstraße.Sie zog sich um 29,6 Meter zurück und büßte darüberhinaus 6,59 Meter an Dicke ein. Das sei der größteWert seit Beginn vergleichbarer Messungen.
 
Sahara-Staub und Hitze als Gletscher-Killer
Grund dafür sei die Hitzeperiode des Sommers,der um 3,3 Grad wärmer war als im langjährigen Durchschnitt.Dazu kam Sahara-Staub, der im Mai über Mitteleuropa gefallensei. Die Folgen waren für die österreichischen Gletscherdramatisch, schilderte der Innsbrucker Gletscherforscher GernotPetzold. Sechs Gletscher-Enden seien um mehr als 50 Meter zurückgeschmolzen,zehn hätten mehr als 40 Meter an Länge eingebüßt,25 seien mehr als 30 Meter kürzer geworden.
Dienstag, 18. Mai 2021
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