Rätselhafter Tod

Neda: Irans Polizei sucht nach dem Todesschützen

Ausland
24.06.2009 12:56
Im Fall der bei einer Protestkundgebung erschossenen 19-jährigen Neda Agha-Soltan geht die iranische Polizei nach einem Bericht der staatlichen Agentur Fars neuen Spuren nach. Neda, deren Tod gefilmt und im Internet verbreitet worden war (siehe Story in der Infobox), ist zu einer Ikone der iranischen Protestbewegung und damit zugleich zu einer Gefahr für das Regime geworden.

Fars berichtete am Mittwoch, die Polizei habe mittlerweile bestätigt, dass die junge Frau bei einer Kundgebung erschossen wurde. Demnach habe der Schütze bei der Demonstration am vergangenen Samstag wild um sich gefeuert, eine der Kugeln habe Neda in den Hinterkopf getroffen. Dies gehe aus Zeugenbefragungen und gerichtsmedizinischen Untersuchungen hervor. Zuvor hatten Augenzeugen jedoch berichtet, dass die Musikstudentin aus dem Hinterhalt erschossen wurde. Viele vermuten ein Mitglied der paramilitärischen Bassij-Miliz als Todesschützen.

Polizei bestreitet Einsatz scharfer Waffen
Die Behörden gehen davon aus, dass die Waffe aus dem Ausland eingeschmuggelt worden sei. Die Polizei selbst hatte mehrfach bestritten, dass sie scharfe Waffen bei den Kundgebungen eingesetzt habe. Am Vortag noch hatte der staatliche Sender Khabar behauptet, das Video mit dem Tod der 19-Jährigen sei gefälscht. Es sei offensichtlich, dass diejenigen, die die Aufnahmen machten, auf etwas gewartet hätten und das Ganze dann aus unterschiedlichen Winkeln gefilmt hätten, hieß es.

Alles zur aktuellen Lage im Iran: siehe Infobox!

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