08.11.2002 22:49 |

Über 500 Kadaver

Massensterben der Pinguine in Brasilien

Das mysteriöse Pinguin-Sterben im Süden Brasiliens hat sich rasant ausgebreitet. Innerhalb von 24 Stunden seien an den Stränden des Bundeslandes Rio Grande do Sul mindestens weitere 400 Kadaver gefunden, teilten Wissenschaftler der Universität Vale do Rio dos Sinos nach Medienberichten vom Freitag mit.
Damit sei die Zahl der seit Mittwoch im Nordendes Bundeslandes tot gefundenen Schwimmvögel auf mehr als500 angestiegen.
 
Die Tragödie der Schwimmvögel aus derAntarktis ist für die Experten des südamerikanischenLandes ein Rätsel. Bei einer Untersuchung von 30 Kadaverndurch Wissenschaftler wurde bei den normalerweise zwischen vierund fünf Kilogramm schweren Tieren ein Gewichtsverlust vonbis zu 50 Prozent registriert, so dass Unterernährung alsTodesursache vermutet wird. Einige Kadaver seien aber auch starkmit Öl verschmutzt gewesen, hieß es.
 
Aber nicht die Todesursache, sondern die wachsendeZahl von Pinguinen, die sich in die für sie eigentlich zuwarmen Gefilde der südbrasilianischen Küste verirren,ist laut Wissenschaftlern auffällig. Biologen des Zoos vonRio glauben, dass das Phänomen unter anderem auf ungewöhnlicheKaltfronten zurückzuführen ist, die kältere undstärkere Meeresströmungen erzeugen. Entlang dieser Strömungenverirrten sich viele Pinguine auf der Nahrungssuche gen Norden.
 
Ein ähnliches Phänomen war zuletzt inder zweiten Jahreshälfte 2000 in Rio Grande do Sul und demnördlicher gelegenen Staat Rio de Janeiro verzeichnet worden.Damals waren mehrere hundert Pinguin-Kadaver geborgen worden.Im gesamten Jahr 1999 waren dagegen in ganz Südbrasiliennur 53 tote Pinguine gefunden worden.
Montag, 14. Juni 2021
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