Mi, 15. August 2018

Lizenzverteilung

15.05.2009 18:08

Austria Kärnten erhält Lizenz mit Auflagen

Die Zusammensetzung des österreichischen Fußball-Oberhauses 2009/10 wird sich ausschließlich auf dem Rasen entscheiden. Das Protestkomitee der Bundesliga hat nämlich am Freitag seine Entscheidungen bekannt gegeben und dabei Austria Kärnten und Aufstiegsaspirant Admira die Spielgenehmigungen zugesprochen. Ebenfalls in zweiter Instanz die Lizenz erhalten haben FC Lustenau, Gratkorn (jeweils Erste Liga), St. Andrä und der GAK (jeweils Regionalliga Mitte). Die Lizenz verweigert wurde hingegen auch in dieser Instanz Vöcklabruck (Erste Liga) und Dornbirn (Regionalliga West). Im Falle von Kärnten und FC Lustenau wurde die Lizenz mit dem Zusatz "mit finanzieller Auflage" vergeben.

Kärntens Club-Präsident Mario Canori (siehe Bild) hatte mit dem Zuspruch gerechnet, der Zusatz "mit finanzieller Auflage" ärgert die Klagenfurter jedoch. "Ich nehme die Entscheidung zur Kenntnis, wenngleich ich die Erteilung der finanziellen Auflagen, die wiederum mit Kosten verbunden sind, nicht nachvollziehen kann", meinte Canori, der sich aber auch erleichtert zeigte. "Und zwar deswegen, weil es jetzt nicht mehr die ewigen Ausreden bezüglich Spielerleistungen oder Vertragsverhandlungen gibt."

Kärntner müssen Prüfberichte abliefern
Die Klagenfurter müssen gemäß der erteilten Auflagen - wie in der laufenden Saison - quartalsmäßig Wirtschaftsprüfberichte vorlegen. Die Kärntner hatten der Liga laut Canori unter anderem die zuvor fehlende schriftliche Haftungserklärung der Stadt Klagenfurt für die Hälfte der rund 1,1 Millionen Euro, die der Pasching-Nachfolgeverein möglicherweise im Rechtsstreit mit dem insolventen FC Kärnten bezahlen muss, nachgeliefert. Die restlichen 50 Prozent würde das Land beisteuern.

Trenkwalder: "Eine Kleinigkeit"
Admira-Mäzen Richard Trenkwalder erklärte am Freitagabend: "Es hat sich nur um eine Kleinigkeit gehandelt, die schnell ausgeräumt war. Die Anhörung hat nur 17 Minuten gedauert. Das war eine Sache, die man sich bei besserer Kommunikation mit der Liga hätte ersparen können." Trenkwalder hatte aber zuvor angekündigt, aufgrund des Imageverlustes wegen der vorerst verweigerten Lizenz eine Million Euro weniger in den österreichischen Fußball zu pumpen.

Fünfköpfiges Komitee beurteilte alle Unterlagen
Das Protestkomitee der Liga arbeitete unter Vorsitz von Andreas Grundei, die weiteren Mitglieder waren Kurt Temm, Martin Karollus, Walther Wawronek und Gerhard Kapl. Die Entscheidungen fielen nach Prüfung und Evaluierung der von den Lizenz- und Protestbewerbern eingereichten Unterlagen. "Auf Basis der eingereichten Proteste und der bestimmungsgemäß zulässigen Neuerungen war es sechs von acht Protestwerbern möglich, die Verweigerungsgründe erster Instanz zu beheben und die Lizenz zu erhalten. Bei zwei Bewerbern war dies nicht der Fall", fasste der Vorsitzende zusammen.

Mit diesen Entscheidungen ist das Verfahren innerhalb der Bundesliga abgeschlossen. Vöcklabruck und Dornbirn können jedoch noch innerhalb von sieben Tage Klage beim Ständigen Neutralen Schiedsgericht einbringen. Eine eventuelle Entscheidung würde dann bis 31. Mai erfolgen.

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