Sa, 21. Juli 2018

Grenzenloser Jubel

17.05.2009 14:17

Real verliert - Barca fixiert den 19. Meistertitel

Der FC Barcelona hat den 19. spanischen Meistertitel aus der Position des Zuschauers erobert. Als ob sie dem Erzrivalen die Feier auf dem Spielfeld nicht gönnen würden, verlor der abgelöste Titelträger Real Madrid am Samstagabend gegen Villarreal 2:3 und krönte die Blau-Roten aus Katalonien damit vorzeitig zum Champion. Mit dem Cup-Sieg (siehe Infobox) hat "Barca" bereits das Double realisiert, mit dem Champions-League-Finale gegen Manchester United am 27. Mai in Rom könnten Lionel Messi und Co eine berauschende Saison noch krönen. "Nun wartet das Triple", forderte das Blatt "Sport".

"Als erster Person habe ich Pep Guardiola gratuliert und ich habe eine Nachricht an die gesamte Mannschaft gesendet", meinte Barcelona-Präsident Joan Laporta im club-eigenen TV-Sender. "Sie hatten eine großartige Saison, eine der besten in Barcelonas Clubgeschichte." In der katalanischen Metropole feierten Zehntausende bis tief in die Nacht auf der Flaniermeile "Las Ramblas".

Guardiola jüngster Meister-Coach der Geschichte
Als Guardiola vor elf Monaten sein Amt als Trainer antrat, hütete sich der Ex-Barca-Kicker vor großen Versprechungen. Stattdessen sagte der Jung-Coach, der zuvor die zweite Mannschaft betreut hatte, "Arbeit und Fleiß" zu. Nun hat der 38-Jährige, der den Meistertitel stets über die Champions League gestellt hatte, als jüngster Coach der Club-Geschichte das Double gewonnen. Zuletzt hatten die Katalanen dies 1998 unter dem künftigen Bayern-München-Trainer Louis van Gaal geschafft.

"Es siegen immer die Besten", musste die Madrider Sportzeitung "Marca" auf seiner Titelseite anerkennen. "Real Madrid befindet sich dagegen im tiefen Koma", kritisierte das Blatt. Auch Reals Trainer Juande Ramos sprach nach der dritten Niederlage seines Teams in Serie von einem verdienten Meister: "Man muss Barcelona gratulieren. Sie haben sehr gut gespielt und verdienen den Titel."

6:2-Triumph in Madrid als Grundstein
Sehr gut gespielt hat Barcelona in dieser Saison oft. An den immer wieder als "Zauberfußball" titulierten, offensiv ausgelegten Kick kam nicht nur in der Primera Division keine Mannschaft heran. Real hielt lange Zeit mit Ergebnisfußball dagegen, musste aber spätestens nach dem in Barcelona bereits jetzt legendären 2:6 im Bernabeu-Stadion seine Aussichtslosigkeit in der Mission Titelverteidigung einsehen.

Nachdem Barca drei Runden vor Schluss mit 86 Zählern bereits den Punktrekord für eine spanische Oberhaus-Saison mit 20 teilnehmenden Clubs geknackt hat, sind die Katalanen nun auf einen weiteren Rekord aus. Auf die von Real seit dem Spieljahr 1989/90 gehaltene Bestmarke von 107 erzielten Toren fehlten Barcelona vor dem Sonntag-Spiel in Mallorca dank Thierry Henry, Samuel Eto'o und Lionel Messi nur noch 4 Treffer.

Krawalle überschatten die Feierlichkeiten
Überschattet wurden die Feierlichkeiten im Stadtzentrum von Barcelona jedoch von Krawallen. Eine Gruppe von etwa 100 Randalieren habe die Polizei mit Flaschen und Steinen angegriffen, teilten die Behörden am Sonntag mit. Die Beamten setzten Gummi-Geschosse ein. 65 Personen seien festgenommen worden, unter ihnen vier Minderjährige. 51 Menschen, darunter 15 Polizisten, seien im Zentrum Barcelonas leicht verletzt worden. Barca-Präsident Laporta kritisierte die Gewalttäter, wollte sich die Jubelstimmung aber nicht verderben lassen. "Die Wirklichkeit hat unsere kühnsten Träume übertroffen."

Real plant für die Zukunft
Rekordmeister Real Madrid versucht hingegen, nach vorne zu schauen. Nach einer verpatzten Saison ohne Titel ruhen alle Hoffnungen auf Bau-Millionär Florentino Perez, der aller Voraussicht nach im Juni erneut Clubchef der "Königlichen" werden wird. Der 62-Jährige ließ verlauten, er habe sich bereits die Dienste von Kaka vom AC Milan gesichert. 63 Millionen Euro soll der Brasilianer kosten. Am Sonntag legte "Marca" noch einen drauf: Auch Bayern Münchens Franck Ribery habe Perez bereits an der Angel. Die Zusage des Franzosen habe er schon, es fehle nur noch das Okay des Clubs. 35 Millionen Euro wolle Perez auf den Tisch legen.

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