So, 22. Juli 2018

Chef wollte Rache

10.05.2009 08:24

Drei Mitarbeiter kündigten - Arzt klagte sie

Spät, aber doch hat die Arbeiterkammer (AK) nun drei Frauen zu ihrem Recht verholfen. Die Ordinationsgehilfinnen einer Gemeinschaftspraxis in Eisenstadt hatten gekündigt, weil das Arbeitsklima immer schlechter wurde. Weil ihre Abrechnung nicht korrekt war, holten sie sich Hilfe bei der AK. "Zur Strafe" zeigte sie ihr ehemaliger Chef an.

Der Stein des Anstoßes war die neue Computersoftware, die in der Praxis installiert wurde. Mit den technischen Problemen wuchs auch die Unzufriedenheit der drei Mitarbeiterinnen, bis sie alle gemeinsam kündigten.

Überstunden nicht korrekt ausbezahlt
Bei der Kontrolle der Endabrechnung durch die AK wurde klar, dass den Angestellten über mehrere Jahre die Überstunden nicht korrekt ausbezahlt worden waren. Streitwert: mehrere tausend Euro.

Arzt holt zum "Gegenschlag" aus
Als Reaktion auf die Geldforderungen zeigte einer der Ärzte die Frauen an und forderte Schadenersatz. Sie seien schuld
an den Softwareproblemen. Gleichzeitig klagte der Mediziner aber auch die Computerfirma und gab seine Ex-Mitarbeiterinnen als Zeuginnen an. Sie sollten aussagen, dass die Software nie ordnungsgemäß funktioniert habe.

Frauen schuldlos
Nach kurzer Überprüfung war klar: Die Frauen trugen natürlich keine Schuld. "Es kommt immer wieder vor, dass Arbeitgeber nach Kündigungen alle möglichen Gründe vorbringen, um Gehälter nicht zahlen zu müssen. In diesem Fall hat es der Arzt aber bis zum Äußersten getrieben", sagt AK-Jurist Uwe Bauer. Mit seiner Hilfe kamen aber jetzt alle drei Betroffenen zu ihrem Recht.

von Sabine Oberhauser, Kronen Zeitung

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