Sa, 21. Juli 2018

"Gehen S' zu Fuß"

09.05.2009 17:39

Mit Schrottwagen auf Verbrecherjagd geschickt

Die Pannen-Serie bei der Polizei reißt nicht ab. Jetzt sollte ein Wiener Kriminalist mit einem schrottreifen Dienstwagen auf Einsatz fahren. Aus Angst, mit der Klapperkiste einen Unfall zu verursachen, hatte der Polizist die Mängel zuvor der Polizei-Fuhrparkleitung gemeldet. Doch anstatt kollegialer Hilfe gab es den telefonischen Tipp: „Gehen's halt zu Fuß!“ Laut ARBÖ hätte der Wagen kein "Pickerl" mehr bekommen.

Es begann damit, dass der Kriminalist mit einem zivilen Auto zu einer „geheimen Ermittlung“ ausfahren wollte. Also übernahm er in der Fuhrparkleitung der Polizei einen Wagen. Dass der Renault Mégane bereits 217.000 Kilometer auf dem Buckel hatte, war nicht das Problem. „Ölflecken unter dem Motor, holpriges Anfahren, defektes Gaspedal, ausgeleierte Schaltung!“ – diesen Erstbefund über das marode Dienstauto meldete der Polizist der Fuhrparkleitung.

"Verkehrstauglichkeit ausgeschlossen"
Da er daraufhin nur die lapidare Antwort erhielt, doch zu Fuß zu gehen, fuhr der Beamte mit der Schrottkiste zum nächsten ARBÖ-Stützpunkt, um den Pkw testen zu lassen. „Die Verkehrstauglichkeit dieses Wagens ist ausgeschlossen“, so der alarmierende Prüfbericht. „Motoraufhängung stark eingerissen, Getriebsgehäuse defekt, Einriss beim Schaltgestänge etc.“, heißt es in der Mängelliste.

Erst nachdem der couragierte Kriminalist die Garageninspektion mit dieser Mängellitanei konfrontiert hatte, reagierte die Fuhrparkleitung und ließ das Auto in die Polizeiwerkstätte schleppen.

Nach explodierenden Kriminalitätszahlen, dem Einbruch beim Polizeigeneral und dem Handtaschendiebstahl bei der Innenministerin sorgt die „Dienstwagen-Posse“ für weiteres Kopfschütteln unter Sicherheitsexperten.

von Christoph Matzl, Kronen Zeitung

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