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09.05.2009 10:33

Wiener Festwochen starten mit buntem Programm

Wie im Vorjahr hatten die Wiener Festwochen auch heuer bei ihrer traditionellen Open-Air-Eröffnung auf dem Wiener Rathausplatz Wetterglück. Laut Organisatoren verfolgten am Freitagabend rund 51.000 Menschen die eineinhalbstündige Veranstaltung "in dieser wunderlinden Mainacht", wie es Moderator Willi Resetarits nannte. Sturm kam erst später auf.

Nach der Klassik-Castingshow des Vorjahres hatten die Festwochen heuer wieder auf ein bunteres Show-Programm gesetzt. "Stimmen aus ganz Europa" kündigte Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) in seiner kurzen Eröffnungsansprache an. Sie sollten demonstrieren, dass vielfältige Bezüge in der Wiener Kultur zusammenwachsen und nicht auseinanderdividiert werden. "Wien / Lissabon / Paris / New York" lautete das Motto, das den mit Anzug und roten Schuhen nobel gewandeten Moderator an ein Ladenschild "wie bei den besseren Herrenschneidern" erinnerte.

Alte Bekannte
Frische Maßarbeit war an diesem Abend allerdings nur die Moderation. Ansonsten präsentierte man teils schon etwas abgetragen wirkende, teils neuere Konfektionsware. Willi Resetarits legte sich unterstützt vom Stubnblues vor den "sehr geehrten Damen und Herren" und den "lieben Mädeln und Buben" charmant ins Zeug und ließ Sehnsucht nach einem reinen Wienerlied-Programm aufkommen, die allerdings von einem mit der No.1 vom Wienerwald allzu routiniert aufspielenden Lokalmatador Wolfgang Ambros rasch wieder beseitigt wurde. "Wahnsinn, jetzt samma auch mal dabei", knurrte er. Die Stimmung auf dem "Zentralfriedhof" war allerdings schon mal besser, die "Reblaus" bissiger.

Abwechslungsreiches Programm
Auf der Drehbühne funktionierten die Bandwechsel schnell und perfekt, ebenso rasch ging es auf und ab: Die junge Österreicherin Eva Jantschitsch alias Gustav blieb ebenso ein Fremdkörper wie die französische Chanson-Legende Juliette Greco. Von Fado-Sängerin Dulce Pontes hätte man dagegen gerne viel mehr gehört. Erst am Ende zeigten "Rounder Girl" Lynne Kieran und Klavier-Star Joe Sample kraft- und stimmungsvoll dem Publikum, wo der Soul-Gott wohnt und wie echtes "Street Life" aussehen kann.

"Forever Young" zum Abschluss
Zum harmonisch etwas unausgewogenen Finale der von ORF und 3sat live übertragenen Festwochen Eröffnung versammelten sich noch einmal alle Beteiligten, gelobten, "Forever Young" zu bleiben, und entließen die Zuschauer in die noch junge Frühlingsnacht. Den Schlussakkord setzten allerdings nicht Walzerklänge, sondern ein Demonstrant, der gegen eine gleichzeitig stattfindende Burschenschafter-Feier am Heldenplatz mobil zu machen suchte.

Die Wiener Festwochen zeigen bis zum 14. Juni ein dichtes Programm, das von Oper über Theater bis hin zu Musik, Tanz, Performance und Straßenaktionen reicht.

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