Do, 19. Juli 2018

Schwer verletzt

06.05.2009 16:05

Soldat schießt im Kosovo seinen Kollegen an

Ein 25-jähriger Soldat aus Niederösterreich ist in der Nacht auf Mittwoch im Kosovo von einem 20 Jahre alten Kollegen durch einen Schuss in die linke Schulter schwer verletzt worden. Derzeit sehe alles nach einem Unfall aus, die beiden Männer aus dem Bezirk Mistelbach seien jedoch noch nicht einvernommen worden, erklärte Oberstleutnant Karl Krainer vom Streitkräfteführungskommando.

Der Schuss soll sich gegen 2.40 Uhr während der Vorbereitungen zur Dienstübergabe zwischen den Korporälen aus der Glock-80-Pistole des 20-Jährigen gelöst haben. Dem verletzten Korporal aus der zweiten Kompanie des österreichischen Bataillons im Kosovo gehe es den Umständen entsprechend gut. Der 25-Jährige sei nach der Erstversorgung durch einen deutschen Arzt im französischen Spital im Camp "Plana" operiert worden, so Krainer. Sein Zustand sei stabil, Lebensgefahr bestehe nicht.

Männer kennen sich aus Heimatgemeinde
Die beiden Männer kennen sich laut Krainer schon aus ihrer Heimatgemeinde, von Konflikten zwischen den beiden oder Fahrlässigkeit werde derzeit nicht ausgegangen. Vieles spreche für eine unsachgemäße Handhabung, die Ursache werde aber noch von einer Untersuchungskommission erforscht. Dabei stelle sich unter anderem die Frage, wieso die Waffe überhaupt voll geladen - sprich eine Kugel im Lauf - war, so der Oberstleutnant.

Soldaten konnten noch nicht befragt werden
Der "Schütze" wurde vom Dienst abgezogen, er erhält psychologische Betreuung. Der Niederösterreicher konnte noch nicht einvernommen werden, erklärte Krainer. Das Gleiche gilt für den verletzten Korporal.

Beide Männer befinden sich seit 20. April im Kosovo und waren im Camp "Notting Hill" (Nordkosovo) der französischen Brigade stationiert. Ihre Kompanie soll bis Mitte Mai bleiben, sie führt routinemäßig Wach- und Sicherungsaufgaben durch. Seit 1999 wurden 17.500 österreichische Soldaten im Kosovo eingesetzt, insgesamt kam es dabei zu drei Schussunfällen.

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