Forscher-Sensation

Erstmals Stammzellen ohne Gen-Hilfe gewonnen

Wissen
24.04.2009 10:07
Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist ein Durchbruch in der Stammzellentechnik gelungen. Die Biologen programmierten Zellen aus dem Bindegewebe von Mäusen in eine Art embryonale Stammzelle zurück, ohne dafür Gene in die Mäusezellen einzuschleusen. Hans Schöler vom Max-Planck- Institut für molekulare Biomedizin in Münster und seine US-Kollegen gaben lediglich einige Proteine zu den Zellen. Die Proteine stellten die Lebensuhr der Zellen sozusagen zurück.

Die so gewonnenen piPS-Zellen (protein-induced pluripotent stem cells) entwickelten sich in die drei grundlegenden embryonalen Strukturen, aus denen später alle Organe und Gewebe hervorgehen. Sie könnten eines Tages ein Ersatz für die ethisch umstrittenen embryonalen Stammzellen werden. Auf dieses Verfahren haben viele Forscher hingearbeitet.

Weil die Gruppe im Gegensatz zu anderen Forschern keinerlei zusätzliche Gene einsetzte, umging sie geschickt die potenzielle Gefahr von Krebs bei einem möglichen späteren medizinischen Einsatz dieser Zellen. 

Das Team unter Leitung von Sheng Ding vom Scripps-Research-Institute in Kalifornien beschreibt die Arbeit im Fach-Journal "Cell Stem Cell". "Das ist genial", meinte Wolfgang-Michael Franz vom Universitätsklinikum Großhadern in München. "Das ist ein ganz wichtiger Durchbruch auf dem Gebiet der Rückprogrammierung."

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