14.01.2004 15:41 |

Formel 1

Barrichello bis 2006 bei Ferrari

Wasserträger Rubens Barrichello träumt davon, auch im Schatten des sechsmaligen Weltmeisters Michael Schumacher wenigstens einmal den Titel holen zu können. "Ich hoffe, dass sich mein Traum erfüllt. Ich habe dafür jetzt drei weitere Jahre Zeit", sagte der brasilianische Formel-1-Fahrer blendend gelaunt nach der Bekanntgabe seiner Vertragsverlängerung mit Ferrari bis 2006 am Mittwoch.
"Ich hänge nicht von Michael ab", versicherteBarrichello beim traditionellen Marlboro-Medientreffen im italienischenSkiparadies Madonna di Campiglio, dass er sich gegenüberdem Superstar aus Kerpen nicht benachteiligt fühle. "Ichhoffe aber nicht, dass Michael erst aufhören muss, damitich die WM gewinnen kann. Ferrari glaubt an mich, und ich glaubean Ferrari."
 
"Anerkennung meiner Arbeit"
Barrichello bezeichnete die vorzeitige Einigung umweitere zwei Jahre - sein alter Kontrakt lief bis zum Saisonende2004 - als Anerkennung seiner Arbeit. "Ich bin sehr zufrieden",sagte der siebenmalige Grand-Prix-Sieger. Zugleich räumteer ein, Alternativen gehabt zu haben. Unter anderem galt der Südamerikanerbei Williams- BMW als möglicher Nachfolger des KolumbianersJuan Pablo Montoya, der 2005 zu McLaren-Mercedes wechselt. "Abermeine erste Wahl war und ist immer Ferrari", versicherte Barrichello,dass die Kontakte mit Konkurrenzteams nur harmlose Flirts warenund er mit vollem Herzen ein "Roter" ist.
 
Obwohl Barrichello nach Michael Schumacher der dienstältesteaktive Pilot ist und in seine zwölfte Grand-Prix-Saison geht,sieht er sich noch keinesfalls am Zenit angekommen. "Ich habenoch nicht mein Top-Niveau erreicht", sagte er. Er fahre jetztmehr mit dem Kopf und weniger mit Händen und Füßen,wie zu Beginn seiner Laufbahn. Selbst nach Ablauf des neuen Vertragsmit dann 34 Jahren könne er sich durchaus eine Fortsetzungseiner Karriere vorstellen.
 
Längstdienender Schumi-"Leutnant"
Auf jeden Fall ist "Rubinho" nun am längstenan der Seite Schumachers. 2000 hatte er den Briten Eddie Irvineabgelöst. "Mein Leben in der Formel 1 hat eigentlich erstmit Ferrari angefangen", wies er auf den sportlichen Aufstiegmit der Scuderia hin.
 
Optimistisch in die neue Saison
Für die am 7. März in Melbourne mit demGroßen Preis von Australien beginnende Saison macht sichBarrichello keine Sorgen. Obwohl die Hauptkonkurrenten Williams-BMWund McLaren-Mercedes mit ihren neuen Rennwagen schon beeindruckendeRundenzeiten bei Tests vorgelegt haben, geht der WM-Vierte davonaus, dass Ferrari auch dieses Mal wieder in der Konstrukteurs-und Fahrer-WM die Nase vorn haben wird. Es sei kein Problem, dassder neue Ferrari F2004 erst zwei Monate später als der neueSilberpfeil getestet werde. Im Reifenduell befürchtet Barrichellowegen des Wechsels von Renault und BAR zu Michelin nicht, dassdadurch Ferrari-Partner Bridgestone in der Entwicklungsarbeitzurückgeworfen werden könnte.
 
Schumi & Barrichello in Le Mans?
Etwas amüsiert reagierte Barrichello auf Spekulationen,Schumacher und er könnten in einem Maserati beim legendärenLangstreckenklassiker 24 Stunden von Le Mans im Juni starten."Ich habe davon noch nichts gehört", sagte er. "Es wäresicher eine große Herausforderung und würde viel Spaßmachen, mit Michael da zu fahren, aber das ist nicht mein Stil."Ihm reiche schon das zwölfstündige Kartfestival in SaoPaulo. Und nach einem langen Heimaturlaub im sonnigen Brasilienwill Barrichello nun in den malerischen Brenta- Dolomiten ersteinmal mit Snowboard und Ski die Pisten hinuntersausen.
Donnerstag, 04. März 2021
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