06.04.2009 15:43 |

Bullen entthront

KAC holt im Jubiläumsjahr 29. Meistertitel

Nach insgesamt 309 Saisonspielen ist es am Sonntagabend zum großen Showdown in der Finalserie der österreichischen Eishockey-Liga gekommen: Der KAC, der heuer sein 100-Jahr-Jubiläum begeht, besiegte im siebenten und entscheidenden Play-off-Spiel Red Bull Salzburg vor 5.200 begeisterten Zuschauern in der ausverkauften Klagenfurter Stadthalle mit 2:1 und holte damit den 29. Meistertitel nach Kärnten. Die Klagenfurter gewannen die "best-of-seven"-Serie mit 4:3 und entthronten damit die "Bullen" aus der Mozartstadt, die zuletzt zweimal in Folge triumphiert hatten.

Am Donnerstag in Salzburg fehlten den "Rotjacken" 68 Sekunden für die vorzeitige Titelentscheidung, das holten sie nun vor heimischem Publikum nach und beendeten damit die vier Saisonen andauernde Titelflaute. Die 5.200 Fans sorgten für eine Stimmung wie schon lange nicht, und auch auf dem Eis entwickelte sich eine Partie mit viel Tempo und Spannung, die einem Finale würdig war.

KAC das gefährlichere Team
In den vorangegangenen sechs Finalpartien hatte stets die Mannschaft gewonnen, die mit 1:0 in Führung gegangen war. Mit entsprechend viel Disziplin in der Defensive waren beide Teams auch ins Spiel gegangen. Der KAC, unverändert ohne den angeschlagenen Kapitän Christoph Brandner, aber wieder mit Jeff Shantz, war die gefährlichere Mannschaft mit einem leichten Vorteil an guten Chancen. Schellander hatte die größte Chance (7.), er scheiterte aber an Salzburg-Torhüter Jordan Parise.

In der Schlussphase des ersten Drittels drückten die Salzburger, doch auch KAC-Schlussmann Travis Scott konnte sich auszeichnen. In der 35. Minute sorgte Andrew Schneider für den ersten Paukenschlag. Nach herrlicher Aktion und Doppelpass mit Jeff Torey brachte der 37-jährige Kanadier den KAC mit einem Treffer ins weit offen stehende Tor in Führung (35.). Die Gäste aus Salzburg, die den ersten Titel-Hattrick seit der VEU Feldkirch (Serienmeister zwischen 1994 und 1998) anpeilten, ließen sich aber nicht aus dem Rhythmus bringen, scheiterten aber mehrmals an Scott.

Schlagabtausch der Harand-Brüder
Die Entscheidung fiel nach einem Schlagabtausch zweier Brüder innerhalb von 13 Sekunden. Nachdem Andrew Schneider den KAC in Führung gebracht hatte, gelang Salzburg-Stürmer Patrick Harand in der 45. Minute der Ausgleich. Doch postwendend gelang seinem in Diensten der Kärntner stehenden, drei Jahre älteren Bruder Chris Harand die neuerliche Führung für den KAC. Diesen Vorsprung gab die Mannschaft von Trainer Manny Viveiros nicht mehr aus der Hand und verwandelte die mit 5.200 Fans voll bepackte Stadthalle in ein Tollhaus.

Meinungen zum Spiel
Manny Viveiros (KAC-Trainer): "Ich bin stolz auf diese Mannschaft. Du musst an dich glauben, du musst Vertrauen in die Mannschaft haben. Jedes Mal, wenn wir eine Niederlage haben, tut das weh. Aber du musst noch stärker zurück kommen. Man braucht auch Glück, aber du musst dir das auch erst verdienen."

David Schuller (KAC): "Es ist ein Riesengefühl. Es war heute wieder ein Krimi, in erster Linie aber ein Fest für die Fans und das österreichische Eishockey. Wir haben gewusst, dass wir nie aufgeben dürfen. Wenn man gewinnt, hat alles gepasst. Es war eng bis zur letzten Sekunde, aber jetzt sind wir überglücklich."

Gregor Hager (KAC): "Salzburg war ein ebenbürtiger Gegner. Über die ganze Saison haben wir gezeigt, dass wir ein würdiger Meister sind. Heute haben wir auch defensiv wieder um einiges besser gespielt."

Thomas Koch (Salzburg): "Es hat einfach nicht gereicht. Dass wir bis ins siebente Spiel gekommen sind, war für die junge Mannschaft ein Erfolg. Der KAC ist ein würdiger Meister."

Endstand der Saison 2008/09
1. EC KAC
2. EC Red Bull Salzburg
3. EV Vienna Capitals
4. EHC LIWEST Black Wings Linz
5. EC Graz 99ers
6. EC VSV
7. HC TWK Innsbruck
8. HK Acroni Jesenice
9. Alba Volan Szekesfehervar
10. Olimpija Laibach

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