War es Notwehr?

Herzkranker Pensionist sticht mit Messer zu

Wien
31.03.2009 17:31
Bei einem gerichtlichen Lokalaugenschein sollte Dienstag früh geklärt werden, wie es zu der Messerattacke, bei der ein 23-jähriger Bosnier in Wien-Hernals lebensgefährlich verletzt wurde, gekommen ist. Wie berichtet, wird ein 61-jähriger Pensionist aus Bosnien verdächtigt, den Freund seiner Tochter auf offener Straße bei einem wilden Streit niedergestochen zu haben.

Der herzkranke Pensionist soll im November des Vorjahres vor einem Lokal in der Weißgasse mit einem Klappmesser dem 23-jährigen Freund seiner Tochter einen Lungenstich zugefügt haben. "Er begann auf mich einzuschlagen und ging mit der Faust auf mich los. Ich wollte mich nur wehren und habe aus Angst das Klappmesser aufgemacht", so der Verdächtige. Sein Verteidiger, der Wiener Anwalt Dr. Ernst Schillhammer: "Mein Mandant hat wahrheitsgemäß ausgesagt und wollte sich mit dem Messer nur verteidigen." 

"Ich habe gedacht, er will nur mit mir reden"
Das Opfer sieht das jedoch anders und erklärt, dass der Verdächtige aus dem Lokal kam, ihm in die Augen sah und plötzlich zustach. "Ich habe gedacht, er will nur mit mir reden", so der Bosnier, der seit neun Jahren in Österreich lebt.

von Erich Schönauer, Kronen Zeitung
Symbolfoto

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