Inwieweit Abschichtungen von Wertpapierfonds und die Staatsgarantie für Spareinlagen für den Zuwachs verantwortlich waren, ist den neuen Statistiken der Österreichischen Nationalbank (OeNB) nicht zu entnehmen. Die kapitalisierten Zinsen machten im Vergleich zum Vorjahr jedenfalls keinen großen Unterschied. Private Haushalte suchten am Ende des Jahres "vermehrt konservative Veranlagungen", teilte die OeNB am Dienstag mit.
Gesamteinlagen um 6,8 Prozent gestiegen
Die Gesamteinlagen bei allen in Österreich meldepflichtigen Banken und Kreditinstituten nahmen gegenüber dem Jahresende 2007 deutlich um 6,8 Prozent oder 17,54 Milliarden Euro auf 275,74 Milliarden Euro zu. Die gesamte Summe verteilte sich zu 56,3 Prozent auf Spareinlagen (155,38 Milliarden Euro), zu 27,4 Prozent auf Sichteinlagen (75,50 Milliarden Euro) und zu 16,3 Prozent auf Termineinlagen (44,86 Milliarden Euro).
Im Jahresabstand nahmen die gesamten Spareinlagen um 9,26 Mrd. Euro zu, die Sichteinlagen um 4,10 Mrd. Euro. Dafür war zu einem guten Teil das vierte Quartal verantwortlich: Im letzten Quartal 2008 stiegen die Sichteinlagen um 4,29 Mrd. Euro und die Spareinlagen um 7,26 Mrd. Euro.
Auch ohne Zinsen beachtliches Wachstum
Am Ende des Jahres werden bekanntlich immer die kapitalisierten Spareinlagenzinsen gutgeschrieben. Ohne diese kapitalisierten Zinsen lag das Spareinlage-Plus bei 6,71 Mrd. Euro. Zum 31. Dezember 2008 wurden kapitalisierte Spareinlagenzinsen über 3,41 Mrd. Euro inklusive KEST (Kapitalertragssteuer) gemeldet, im Jahr davor waren es 3,12 Mrd. Euro gewesen.
Fast alle Bankensektoren meldeten Zuwächse bei den Einlagen. Nur die Bausparkassen wiesen laut OeNB insgesamt einen leichten Rückgang auf (-0,2 Prozent bzw. -0,03 Mrd. Euro). Bei den Sicht-, Termin- und Spareinlagen stach der Raiffeisensektor mit plus 2,37 Mrd. Euro, plus 0,96 Mrd. bzw. plus 3,71 Mrd. Euro heraus. Bei den inländischen Spareinlagen waren der Statistik zufolge auch die Sparkassen mit einem Jahreswachstum von 3,16 Mrd. Euro bedeutend.
Österreicher legen fast 200 Mrd. Euro ein
Der Einlagenstand der privaten Haushalte stieg 2008 um 13,95 Mrd. Euro (2007: plus 11,63 Mrd. Euro) auf 194,56 Mrd. Euro, davon waren 150,1 Mrd. Euro Spareinlagen. Vom Jahreswachstum entfielen 9,88 Mrd. Euro auf Spareinlagen (2007: plus 6,29 Mrd. Euro).
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