Sofort hat der Mann den Datenträger der Polizei übergeben. Bei der Analyse der Daten haben die Ermittler Aufnahmen von Männern entdeckt. Der 39-jährige Tibor P. und der 45-jährige Tamas S. hatten sich nämlich auch selbst abgelichtet. Weitere Ermittlungen brachten die Polizei auf die Wohnadresse der Beiden. Weil man davon ausging, dass sie gerade einen weiteren Coup planten, griffen die Beamten zu einer List um das Verbrechen vereiteln zu können. So wurden die Papiere der beiden Verdächtigen im Zuge einer "zufälligen" Lokalkontrolle überprüft.
Das High-Tech-Equipment des Duos und weitere Bilder: siehe Infobox!
Überwachungskameras als Feuermelder getarnt
Bei der Überprüfung wiesen sie sich mit gefälschten Dokumenten aus und wurden festgenommen. Bei einer Wohnungsdurchsuchung fand man dann eine Faustfeuerwaffe und das professionelle Hightech-Equipment des Duos, darunter Utensilien zur verdeckten Überwachung und Bildübermittlung. Zum Beispiel verwendeten sie in einem Kugelschreiber bzw. in einem Feuermelder eingebaute Kameras und in Taschen eingenähte Mobiltelefone (siehe Infobox). Während sich der Ältere als "Steher" erwies, gestand der Jüngere den Banküberfall vom 16. April 2004 in der Taborstraße.
"Die Täter sind überaus professionell vorgegangen"
Dabei waren die Beiden durch die Mauer des Nachbarhauses zum Hintereingang der Bank durchgebrochen. Dann warteten sie bis zur Mittagspause und überfielen das Geldinstitut. Insgesamt erbeuteten sie bei diesem Coup 200.000 Euro. "Die Täter sind überaus professionell vorgegangen", sagte Klug. Eine in der Nähe des Tatorts gefundene DNA-Spur überführte das Duo schließlich.
Bankräuber beschatteten Angestellte sogar daheim
Vor jedem Coup spionierte das Profi-Duo jedesDetail rund um die Bank aus. Sogar die privaten Gewohnheiten der Angestellten. Die Kriminalbeamten fanden in der Wohnung der beiden ungarischen Bankräuber eine Ausrüstung, wie man sie höchstens bei Geheimagenten vermutet.
Und die Rollen in dem verdächtigen Profi-Duo waren klar verteilt: Während sich Tibor P. (39) vor allem um die technischen Angelegenheiten vor ihren Coups kümmerte, spielte der 45-jährige Tamas S. den Strategen. Hatten sie zum Beispiel eine neue Bank im Visier, beschattete er vorher die Angestellten daheim!
Etliche gefälschte Ausweise und Identitäten
Neben dem Einbruchswerkzeug wurden auch gefälschte Firmenausweise gefunden, die laut Polizei auf Einschleichdiebstähle hindeuten könnten. Auch wurden auf verschiedene Identitäten lautende gefälschte Ausweise unterschiedlichen Nationalitäten entdeckt.
Laut Polizei ist davon auszugehen, dass das Duo weitere Straftaten seit 2004 verübt hat. Sie zeigten sich, abgesehen von dem einen Geständnis, in den Einvernahmen nicht sehr gesprächig. Die Exekutive bittet daher um Hinweise an das Landeskriminalamt Wien unter der Telefonnummer 01/31310-33220 (Gruppe Kampner).
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