Schwer verletzt

Polizist schießt Obdachlosem in Oberschenkel

Österreich
31.03.2009 13:28
Ein Vorarlberger Polizist hat am Montagabend in Bregenz einen 45-jährigen Obdachlosen mit einem Schuss in den linken Oberschenkel schwer verletzt. Der 45-Jährige hatte zuvor den Polizisten und seine Kollegin mit einer Waffen-Attrappe bedroht, erklärte der stellvertretende Vorarlberger Landespolizeikommandant Siegbert Denz. Der Polizist hielt das Pistolen-Feuerzeug in der Hand des Obdachlosen für echt und setzte ihn mit einem gezielten Schuss außer Gefecht.

Laut Denz ist der 45-Jährige amtsbekannt und mit einem Waffenverbot belegt. Dennoch habe der Bregenzer am Sonntag und am Montag bei der Polizei angerufen und erklärt, dass er im Besitz einer Schusswaffe sei. Bei der Überprüfung des Mannes am Sonntag wurde laut Denz aber keine Pistole gefunden.

"Waffe" auf Beamten gerichtet
Nach dem neuerlichen Anruf des 45-Jährigen am Montag fuhren der Polizist und die Kollegin zu einem Wald am Ufer der Bregenzer Ache, wo der Obdachlose zeitweise in einem Zelt übernachtet. Als sie dort kurz vor 19.00 Uhr ankamen, hantierte der 45-Jährige mit der vermeintlichen Waffe. "Er hat sie auf die Beamten gerichtet, das wurde von einem Zufallszeugen beobachtet", sagte Denz. Noch nicht abgeklärt sei, ob der Obdachlose auch auf sich selbst gezielt habe.

Keine Lebensgefahr
Mit einem Schuss in den linken Oberschenkel setzte der Polizist den Mann daraufhin außer Gefecht. "Der Verletzungsgrad ist schwer, Lebensgefahr besteht aber nicht", so Denz. Der Mann wurde ins LKH Bregenz eingeliefert. Es sei nicht auszuschließen, dass er sich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden habe. Ebenso werde noch geklärt, ob der Bregenzer alkoholisiert gewesen ist.

Prüfung, ob Schuss gerechtfertigt war
Dass es sich bei der vermeintlichen Waffe um ein Feuerzeug handelte, stellte sich erst nachträglich heraus. "Es sieht täuschend echt aus, beinahe wie unsere Dienstwaffe", erklärte Denz. Zu prüfen sein werde, ob der Schusswaffengebrauch des Polizisten gerechtfertigt war. "Es ergeht eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Feldkirch. Das ist aber ein Routinevorgang", so Denz.

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