Bezüglich des Hintergrunds des Anschlages tappt die Polizei noch im Dunkeln. Zurzeit gebe es noch keinen Verdacht auf eine bestimmte Person, erklärte Karin Temel, Pressesprecherin des Landespolizeikommandos und der Sicherheitsdirektion, am Montag bei einer Pressekonferenz.
"Äußert heimtückische Vorgangsweise"
Die Polizei geht von einem kriminellen Akt "im lokalen Bereich" aus, ein politisches Motiv wird nicht angenommen. Einen derartigen Fall habe es in Salzburg noch nicht gegeben, auch nicht einen Sprengstoffanschlag auf eine Polizeidienststelle, sagte Temel. "Es war eine äußert heimtückische Vorgangsweise."
Racheakt nicht ausgeschlossen
Rätselraten herrscht auch darüber, ob es sich möglicherweise um einen Racheakt gegen die Polizeiinspektion St. Johann gehandelt hat. Die Kabeltrommel war sechs Wochen lang im Vorhaus des Erdgeschoßes gestanden, wo sich auch eine Wohnung befindet. Die Dienststelle ist aber nicht im Erdgeschoß, sondern im ersten Stock des Hauses untergebracht. Obwohl für die Ermittler ein Anschlag auf die Polizei naheliegend sei, könne ein Anschlag auf die Bewohner nicht dezidiert ausgeschlossen werden, sagte Temel.
Kabeltrommel blieb wochenlang unbeachtet
Bei der Kabeltrommel handelt es sich um ein herkömmliches Produkt aus Breflex-Spezialkunststoff mit vier Steckdosen und Überhitzungsschutz (kleines Bild). Das Tragegestell ist verzinkt. Das Objekt ist sechs Wochen lang niemandem aufgefallen, offenbar hat es auch niemand vermisst.
Opfer wollte Polizeiauto reinigen
Vergangenen Samstag wollte das spätere Opfer gegen 14.00 Uhr ein in der Garage abgestelltes Dienstfahrzeug mit einem Staubsauger reinigen. Weil er die diensteigene Kabeltrommel nicht finden konnte, nahm er die Trommel aus dem Vorhaus und steckte sie in der Garage an. Durch die Stromzufuhr entzündete sich die eingebaute Sprengvorrichtung und verletzte den Beamten. Ein zweiter Polizist, der sich in unmittelbarer Nähe aufhielt, blieb unverletzt.
DNA-Spuren auf dem Kabel entdeckt
Um welchen Sprengstoff es sich gehandelt hat, wird erst nach Abschluss der kriminaltechnischen Untersuchungen bekanntgegeben, hieß es. Es seien zahlreiche Spuren aufgenommen worden, "auch DNA-Spuren auf dem Kabel, die molekulargenetisch untersucht werden", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Barbara Feichtinger. Aus kriminaltaktischen Gründen und aus Gründen des Opferschutzes gaben die Pressesprecherinnen keine weiteren Details bekannt.
Polizei bittet Bevölkerung um Hinweise
Das Bundeskriminalamt wurde eingeschaltet. In Salzburg wurde zudem eine eigene Ermittlungsgruppe zur Klärung der Hintergründe eingerichtet. Die Polizei ersucht die Bevölkerung um zweckdienliche Hinweise an das Landespolizeikommando unter der Telefonnummer 059133/503333 oder an jede Polizeidienststelle.
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